Denkanstösse für Personalberater


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1. Warum schalten Personalberater Anzeigen in Zeitungen und dem Internet, wenn 98 % der Stellen durch Beziehungen besetzt werden. Auftraggeber könnten doch enorm viel Geld sparen?

2. In den USA gibt es Antidiskriminierungsgesetze. Demnach dürfen in Bewerbungen und bei Einstellungen kein Geschlecht, Alter, Herkunft, Hautfarbe und andere diskriminierende Merkmale zur Auswahl verwendet werden. Im humanen und sozialen Europa ist es ganz normal Altersgruppen, Geschlechtsgruppen, Staatszugehörigkeit, ja sogar Kranke und Nichtkranke bei der Einstellung zu unterscheiden. Da fragt man sich natürlich ob die USA wirklich so kapitalistisch ist, wie hier behauptet wird.

3. Der Personalmarkt ist, zur Zeit noch, ein Verkäufermarkt. Anstellungen suchende Menschen müssen darum kämpfen eine Stelle zu bekommen. Das wird auch von den Services der Personalberater widergespiegelt. Anzeigen im Internet sind nicht Empfängergerecht sondern Absendergerecht gestaltet. Sie sind nicht nach den normalen Kriterien (Region, Sprache, Ausbildung, etc.) auswählbar. Einheitliche Merkmale gibt es nicht. Einfach Drucklayouts gibt es meist auch nicht. Über Kosten für Toner machen sich gut bezahlte Personalmanager eben keine Gedanken. Die Jobdescription ist oft mangelhaft bis undurchsichtig. Ob die eierlegende Wollmilchsau oder ein Lehrling gesucht wird, kann man oft nicht erkennen. Über das was das Unternehmen bieten kann, wird nichts berichtet. Das Thema “Kultur”, “Ethik”, “Führung”, “Betriebsklima” etc. kommt überhaupt nicht vor oder wird mit Plattitüden erklärt.

4. Wie können Unternehmen erwarten, dass ihre zukünftigen Mitarbeiter unglaubliche Anforderungen erfüllen müssen, wenn sie selber keinerlei Anstrengungen machen wirklich auf gute Mitarbeiter einzugehen? Oder diese tatsächlich suchen würden. Übersteigt das Know-how des Bewerbers das des zukünftigen Chefs, wird dieser nicht eingestellt. Hat der Bewerber eine grössere Erfahrung als der zukünftige Chef, wird er nicht eingestellt. Entspricht der Werdegang des Bewerber nicht der klassischen Linie in der Branche, wird er nicht eingestellt. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nein, Unternehmen leiden nicht an schlechtem Personal, sondern an der falschen Auswahl.

5. Im Internet werden zunehmend PDF-Dateien für Stellenanzeigen verwendet. Ich persönlich vermeide diese aufzurufen, da ich mir damit meinen Rechner in kürzester Zeit zumülle. Mal abgesehen davon, dass PDF - Dateien von vielen Crawlern im Internet nicht gelesen, so also auch nicht gefunden werden können. Ist es auch noch umständlich diese erst einmal herunter zu laden und mit dem PDF-Reader zu öffnen. Die Dateibezeichnung sagt einem auch nicht was sich dahinter verbirgt. Das Internet bietet ein universales Format (HTML), das bei Kenntniss, sehr gut mit Hilfe von CSS formatiert werden kann. Daraus kann sich sowieso jeder PC-Benutzer sein eigenes PDF mache, wenn er möchte und weiss wie das geht. Wenn er es überhaupt will. Eine Stellenanzeige die mich interessiert, drucke ich aus.

Das musste ich mal loswerden.

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