Open Demokratie 2.0
Das Internet und seine Plattformen mausern sich immer mehr zu Demokratie – Werkzeugen.
Das Volk stimmt ab
Es gibt viele Webseiten mit unterschiedlichen Inhalten. Weblogs entwickeln sich zu „Privat Journalismus 2.0“ Präsentationen. Auf Video-Plattformen wie youtube.com oder myspace.com wird die Nachricht sogar mittels Video verbreitet. Täglich wechselnder Inhalt und Verlinkungen auf andere Webseiten bieten den Usern immer neue Perspektiven. Perspektiven und Themen die die Internet - Besucher interessieren werden favorisiert. Der User weiss am besten was seine Kollegen wollen. Die meisten möchten ja, dass ihr Beitrag am meisten aufgerufen wird, dass ihre Nachricht die beste, die coolste, die netteste oder informativste ist.
Plattformen wie www.digg.com, www.yigg.de, www.webnews.de oder www.pligg.ch bieten den Besuchern die Möglichkeit über Artikel in Blogs abzustimmen. Das Internet kann „noch“ nicht kontrolliert bzw. gesteuert werden wie die üblichen Medien. Natürlich sind die Aussagen oder Interpretationen aus Rankings oder Themen nicht neutral und representativ. Aber sie lassen Themen zu, die in der „freien Presse“ nicht veröffentlicht werden. Sie lassen selbstgemachte Rankings, quasi „neutral Politbarometer light“ zu. Die User schaffen sich ihre eigene Demokratie. Das Ganze nennt man Neudeutsch „Open Demokratie 2.0“.
Blockierung nicht mehr möglich
Politiker aller Colour sollten sich warm anziehen oder es so versuchen wie Herr Schäuble oder vorher Herr Schilly in Deutschland. Nämlich, die das Internet mit verstärkter Kontrolle lahm legen wollen. Alleine der Gedanke zeigt wie wenig diese Herren von der Technik des Internet verstanden haben. Der Sinn des Internet war, als es vom US-Militär in Auftrag gegeben wurde, ein Netz zu schaffen, dass unter allen erdenklichen Umständen immer zu benutzen ist. Auch wenn Leitungswege ausfallen, das Netz gestört oder gehackt wird. Das haben die Erfinder am CERN in Genf auch erreicht. Die Ausbreitung des Internet ist so weit fortgeschritten, dass eine effektive Kontrolle oder Steuerung nicht mehr möglich ist. Gott sei Dank.
Tja, man hat versucht den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Und nun hat man, in den Augen so mancher Politiker, den Teufel bekommen. Selbst Regime wie China oder Birma schaffen es nicht mehr die Kommunikation über das Internet zu verhindern. Letztendlich reicht ein Doppeldraht oder eine WIFI-Station über eine Grenze in das Nachbarland. Selbst Geräte für Funkstrecken von mehr als zwei oder drei Kilometer sind heute zu niedrigen Kosten in jedem gut sortierten Elektronikladen zu bekommen. Das heisst, wer will, der kann auch über das Internet kommunizieren.
Inhalt kann nicht kontrolliert werden
Der Inhalt kann auch kaum noch kontrolliert und / oder gesteuert werden. Dadurch, dass heute jeder sehr leicht eine eigene Webseite bei einem Provider hosten kann und die Weblösungen sehr einfach zu installieren und administrieren sind, kann jeder im Internet Nachrichten veröffentlichen. Der Standort oder die Entfernungen spielen dabei auch keine Rolle mehr. Falls man also Angst hat, dass das was man veröffentlichen will, gegen die lokalen Meinungen verstößt und eventuell rechtlich angegriffen werden kann, der hostet seine Webseite anonym bei einem ausländischen Provider, auf Honolulu oder in Russland z.B. Selbst wenn ein Land dann mit technischen Lösungen versucht das Lesen dieser Webseite zu verhindern kann dies umgangen werden. Sogenannte Proxy-Relais tun so als ob man im Ausland sässe und von dort die Webseite aufruft. Das heisst, wer will, der kann alles und jedes von wo auch immer über das Internet publizieren und lesen.
Entwicklung nicht mehr zu stoppen
Wie wir gelernt haben, ist die technische Entwicklung des Internet und die Verbreitung des Inhalts nicht mehr zu stoppen oder aufzuhalten. Nur noch ganz drastische Massnahmen könnten das schaffen. Strom abschalten. Alle Datenkabel in das Ausland unterbrechen. Funksignale stören. Ebenso ist die Kontrolle oder Steuerung der Inhalte fast unmöglich. Die Datenmengen, z.B. von E-Mails, Artikeln in Blogs etc., sind enorm gross und werden täglich grösser. Selbst wenn diese Datenmengen mit Hilfe von perfekter Software auf auffällige Inhalte durchsucht werden, bleiben Unmengen an Daten übrig, die von Menschen gelesen, bewertet und sortiert werden müssen. Der US-Geheimdienst betreibt zwar Anlagen, die alle elektronische Daten (ob E-Mail, Webseiten, Telefon, Telex, Fax etc.) fast weltweit erfasst und auswertet, gibt diese Ergebnisse aber natürlich nur ungern oder dann gefiltert weiter. Der zunehmende Fachkräftemangel sorgt auch hier für eine Reduktion der verfolgten Fälle. Es werden nur noch die allerwichtigsten Fälle weiter bearbeitet. Diese Lücke wird auch noch dadurch zunehmen, weil die Entwicklungsländer mit Siebenmeilen-Schritten aufholen. Die Datenmengen die China, Indien, Afrika und Süd-Amerika in Zukunft produzieren werden, sind nicht mehr bearbeitbar. Wenn man also seine Daten unter diese mischt, haben Ermittler es sehr schwer.
Resume
Politiker sollten sich lieber der Meinung des Volkes stellen, als versuchen Meinungen zu unterdrücken. Denn das Internet bietet, zunehmend in der Zukunft die Möglichkeit für jeden seine Meinung kund zu tun und über andere abzustimmen. Politiker sollten nicht so tun, als ob das Volk nicht zwischen kriminellen Machenschaften und Verbreitung der eigenen Meinung unterscheiden könnten. Die Verfolgung von kriminellen Machenschaften soll und muss möglich sein, aber sie muss so erfolgen, dass nicht die anderen darunter leiden müssen oder darüber normale politische Aktivitäten kontrolliert oder sabotiert werden. Wer glaubt mehr Kontrolle durch die Vortäuschung der Bekämpfung krimineller Machenschaften einführen zu können, hat sich in der Aufmerksamkeit des Volkes getäuscht.
Trackbacks

October 23rd, 2007 12:44
Open Demokratie 2.0…
Wie das Internet die Demokratie revolutioniert….