Die friedliche Revolution des Volkes
Kürzlich fragte mich jemand, warum ich blogge. Hier meine Antwort.
Das Internet bietet eine unglaubliche Fülle an Informationen, aber auch die grösste Möglichkeit seit Menschen denken können, andere Menschen zu erreichen und zu begeistern. Das Internet ist damit das grösste Demokratisierungswerkzeug das es je gab und je geben wird. Fast jeder kann seine Meinung kundtun. Ausnahmen sind jetzt noch die, denen die finanziellen Mittel fehlen einen Computer zu kaufen und einen Internetanschluss zu bezahlen oder die durch das jeweilige politische System an der freien Teilnahme gehindert werden. Gegen diese Behinderungen gilt es zu kämpfen. Auch wir müssen immer auf der Hut sein, die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland und Blockierung von Domainnamen in anderen Ländern sind erste Warnzeichen der Reglementierung. Auch wir müssen wachsam sein.
Bloggen ist eine relativ einfache technische Möglichkeit für “fast” jeden, seine Meinung im Internet anderen mitzuteilen. Es können auch technische Laien. Deshalb ist das Bloggen so erfolgreich und macht vielen Spass. Mir auch. Aber es kommen noch wesentliche Dinge hinzu. Wie schon Margarita Mathiopoulos in Ihrem Buch 1997 “Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde” schrieb, haben sich in allen westlichen Ländern in der Nachkriegszeit “geschlossene Gesellschaften” gebildet. Es sind diese, die wieder Eliten und Stände schufen, soll heissen, diese Seilschaften haben sich die Hoheit über die jeweilige Meinungsführerschaft an Land gezogen und diktieren. Das hat das Volk gemerkt und empfindet es als negativ. Das Bloggen ist ein legitimes und erfolgreiches Mittel dagegen. Es bereichert die Sichtweisen, da sehr unterschiedliche Meinungen betrachtet werden können. Es ist schnell und reagiert sofort. Jeder der bloggt, trägt zur Verbesserung bei und stabilisiert den demokratischen Gedanken. Informationstransparenz ist für eine Volkswirtschaft, das Volk und die Menschen genau so wichtig wie Markttransparenz und Politiktransparenz. Und es macht mir Spass ein Teil davon zu sein. Wenn man dann noch davon leben könnte, wäre es ideal.
