Machtkonzentration auflösen - die Massnahmen

In einem ersten Teil habe ich erklärt was heute das Übel der westlichen Länder ist. Die Machtkonzentration. Nun möchte ich ein paar Massnahmen vorstellen und vorschlagen, die zur Auflösung dieser Machtkonzentration beitragen können. Es sind Anregungen und Gedanken, die zu einer Diskussion führen soll.

Hier meine Vorschläge.

Anzahl Hüte zählen

A.) Jeder der einen Verwaltungsrats- oder Aufsichtsratsposten hat, darf keinen weiteren Posten ähnlicher Art haben. Jeder der einen Vorstandsposten hat, darf keinen weiteren Posten ähnlicher Art haben. Eingeschlossen sind alle Positionen, die ähnliche Machtfülle besitzen. Sonst könnte noch jemand auf die Idee kommen, einfach die Namen zu ändern.

Es ist erwiesen, dass nur ein ganz kleiner Teil der Gesellschaft die Posten in der Industrie belegen, die über die Unternehmen massgeblich entscheiden können. Viele Vorstände sind in anderen Unternehmen gleichzeitig im Aufsichtsrat. Viele Aufsichtsratmitglieder sind in anderen Unternehmen gleichzeitig im Vorstand. Oft hat eine Person mehrere Aufsichstrats- und Vorstandsposten und ist vielleicht sogar noch in einem anderen Betrieb für die Gewerkschaft tätig. Es ist fast schon natürlich, dass sich diese Leute zu einer besonderen Gruppe, man könnte auch Seilschaft sagen, zählen. Aus diesem Grund ist es auch fast schon natürlich, dass sich diese Leute meist wohlgesonnen sind und sich gegenseitig nicht oft hart anfassen wollen. Man muss seinem “Gegner” ja am nächsten Tag, mit einem anderen Hut auf dem Kopf, wieder begegnen können. Hier liegt immer öfter ein Interessenkonflikt vor. Diese Grundhaltung steht konträr zu der ursprünglich, mit diesen Institutionen geschaffenen und gewünschten Haltung. Ein Aufsichtsrats- oder ein Vorstandsmitglied hat eben das Beste für “das eine” Unternehmen und die Geldgeber für “das eine” Unternehmen zu wollen und nicht für seine Kollegen in anderen Unternehmen. Heute ist die “Neutralität” dieser Führungspersonen nicht mehr gewahrt, ausserdem findet auf diesen Ebenen eine Art Inzucht statt, die eine Neubefruchtung mit Ideen und Dynamik verhindert. Die einfachste Methode diesen Stillstand bzw. die Verhinderung von Dynamik aufzulösen, ist die, die Anzahl der Posten zu begrenzen, die eine Person inne haben darf. Nebenbei würde auch eine gerechtere Verteilung der Einkommen und der Aufgaben auf mehrere Personen erfolgen.

Fachkräfte einstellen

B.) Fachfremde Aufsichsträte und Vorstände ausschliessen. Ein chemisches Unternehmen sollte nicht von einem Bankangestellten oder einem Juristen geleitet werden. Ein Automobilunternehmen nicht von einem Mediziner. Deshalb sollten Aufsichtsräte, Vorstände sowie das Top-Management eines Unternehmen eine Ausbildung in einem artverwandten Beruf, des geführten Unternehmens, haben. Ausnahmen bestätigen die Regel und nicht umgekehrt.

Heute sind viele Aufsichtsräte oder Vorstände nicht vom Fach. Nicht aus dem Fach in dem das geführte Unternehmen tätig ist. In vielen Unternehmen wird nur noch verwaltet und nichts mehr, im Sinne eines Unternehmers, “unternommen”. Viele Aufsichtsräte und / oder Vorstände meinen ein Unternehmen kann man pur nach den betriebswirtschaftlichen Zahlen steuern und lenken. Über das Controlling. Über Gewinn und Verlust. Gott sei Dank ist das nicht so. Die Fehler, die dann die Mitarbeiter durch weniger Lohn oder Entlassung ausbaden müssen, werden aber dadurch gemacht. Aktionäre kümmert das wenig, meist durchschauen sie sowieso nichts von dem was hinter der Bilanz und G&V abläuft. Wenn der Kurs fällt verkaufen sie eben. Wichtig ist für sie, dass sie einmal im Jahr auf der Hauptversammlung mit ein bisschen gutem Essen verwöhnt werden und in pompösen Räumen so tun können, als hätten sie etwas zu sagen. Das muss sich ändern. Die beste Methode wieder Fachleute an die richtigen Positionen zu bringen ist die, eine gewisse Ausbildung in der Branche abzuverlangen. Ein Vorstandsvorsitzender in der Chemie sollte eben ein Chemiker sein und kein Jurist. Das ist einfach zu kontrollieren und effektiv. Die heutige Situation, ist meist, gegenteilig.

Die Kirche im Dorf lassen

C.) Der Einfluss von Banken oder Kartellen/Trusts am operativen Geschäft anderer Unternehmen muss dramatisch reduziert werden. Unternehmen müssen nach den Gesichtspunkten des Marktes geführt werden, nicht nach der Interessenlage von Finanzanlagen. Deshalb schlage ich ein Gesetz vor, dass besagt, das Unternehmen (und zwar jedes) nur zu 5 % an “branchenfremden” Unternehmen beteiligt sein dürfen.

Diese Massnahme würde auch für eine grössere Streuung und damit einer breiteren Verteilung der Gelder sorgen. Banken sind das Übel der Wirtschaft, ohne jetzt Banken an sich zu kritisieren. Aber, welches grosse Unternehmen wird heute nicht durch eine Bank bestimmt? Der ursprüngliche Geschäftszweck einer Bank, das verleihen von Geld um Unternehmen das Wirtschaften zu ermöglichen, ist in den Hintergrund gerückt. Wichtiger ist der Einfluss geworden den Banken mit diesen Geldern ausüben können. Wichtiger ist das Geld geworden, das Banken von ihren Kunden und dem Staat geliehen bekommen, um es dann in Firmen anzulegen und dort damit Macht ausüben. Das führt dazu, dass Entscheidungen getroffen werden, die für das Unternehmen unter Umständen schädlich sind und für die Bank förderlich. Das kann nicht im Sinne einer gut funktionierenden Wirtschaft und nicht im Interesse der Allgemeinheit sein. Es ist nur im Interesse weniger. Um eine Chancengleichheit wieder herzustellen, muss der Einfluss der Banken auf die unmittelbare Unternehmensführung wieder stark reduziert werden. Da es heute Unternehmen gibt, die quasi in diesem Sinne, als Bank fungieren, sich aber nicht so nennen, müssen diese mit in die Regel einbezogen werden.

Ich glaube diese drei Massnahmen sind für den ersten Schritt gutes Grundmaterial für Diskussionen, weitere Ideen und Anregungen werden folgen.

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