Pipelines in Zentralasien - Politik und Macht pur
Heute wird Öl und Gas aus Zentralasien (Kaspisches Meer, Turkmenistan, Iran) hauptsächlich über zwei Routen abtransportiert und in den Westen gebracht. Einmal über Tschetschenien nach Novorossisk am Schwarzen Meer. Und zweitens über Georgien nach Supsa, ebenfalls am Schwarzen Meer. Von dort wird es auf Schiffen via dem Bosperos und das Mittelmeer in die USA und Europa gebracht. Wie bekannt ist, gab es in Tschetschenien lange Kämpfe mit Russland. Die Lage dort ist immer noch nicht richtig sicher. Georgien ist unabhängig von Russland, deshalb hat Russland dort keinen „wirklichen“ Einfluss mehr. Die Sicherheit und geringe Ausfälle auf dem Weg über das kriegsgebeutelte Tschetschenien muss mit hohen Transportkosten erkauft werden. Ein Weg an den Persischen Golf ist durch den Iran und das umkämpfte Afghanistan versperrt. Und selbst wenn das möglich wäre, ist eine See-Route z.B. in die USA mit hohen Kosten und Umständen verbunden. Um nicht Afrika umfahren zu müssen, müsste man durch den Suez - Kanal. Dieser ist für grosse Tanker nicht zu befahren und ausserdem behagt den USA die Nähe zu verfeindeten Ländern nicht. Anschläge wären vorprogrammiert und leicht durchzuführen.
Fazit: Der Abtransport von Oel und Gas aus Zentralasien wird durch eine Reihe von Umständen auf beiden Seiten , Russland und dem Westen, erschwert. Wie viele der behindernden Umstände von dem einen oder anderen herbei geführt wurde, um dem anderen zu schaden, lässt sich nur erahnen. Details können auf der Karte (Google Maps) eingesehen werden. Bitte klicken Sie auf die Karte.
Die Pipelines durch Georgien und Tschetschenien sind veraltet und haben nur geringe Kapazitäten. Nur ein ganz kleiner Teil der möglichen Mengen Öl und Gas kann damit auf den Markt gelangen. Der weitere Abtransport von grossen Mengen ist über das Schwarze Meer auch nicht möglich, da der Bosporus dafür nicht ausgelegt ist. Ein Ausbau wäre extrem teuer und die Türkei befürchtet Nachteile für Istanbul durch die grossen Schiffe und den verstärkten Verkehr.
Ausserdem sind die zentral asiatischen Länder ängstlich, mehr Öl und Gas zu fördern und zu verkaufen - die Käuferländer wie USA, EU und Russland sind ebenfalls zurückhaltend mehr Öl und Gas dort zu kaufen. Beide wollen mit der OPEC keine Streitigkeiten und die Sicherheit der Pipelines müssen gewährleistet werden. Was ein kostspieliges Unterfangen sein kann, wenn es regelmässig Anschläge gibt. Selbst Investoren aus Saudi Arabien oder den Vereinigten Arabischen Staaten halte sich in der Region zurück. Nur Pipelines auf langfristig, sicheren Routen bringen gewünschten „Return on Investment“. Und erst wenn diese stehen, kann man es wagen der OPEC entgegen zu treten.
Aus diesen Gründen überlegt man sowohl im Westen wie im Osten neue Pipelines zu bauen und sie auf möglichst sicheren Routen zu verlegen. Klar das der Westen mit den USA aber auch Russland Routen über „quasi“ befreundete Länder legen möchte und gleichzeitig möglichen politischen Einfluss gewinnen will.
Russland möchte über Kasachstan eine Pipeline mit dem russischen Pipeline - Netz verbinden und könnte das Öl und Gas somit an alle möglichen Abfüllanlagen und Raffinerien in Russland transportieren. Die Kooperation mit dem Iran ist ihnen dabei behilflich. Der Iran ist ja eher gegen die USA eingestellt und verkauf Öl und Gas lieber an Russland und China. Gerade sind grosse Verträge mit der russischen Gazprom abgeschlossen worden.
Die USA, Europa, Türkei, Aserbeidschan und Georgien wünschen sich eine westliche Route. Diese soll über Aserbeidschan, Georgien, dann über das Schwarze Meer und durch den Bosporus nach Europa führen. Wie schon erwähnt müsste der Bosporus dann teuer ausgebaut werden. Deshalb hat man sich noch eine weitere Pipeline vom Schwarzen Meer über Bulgarien, Mazedonien und Albanien an das Mittelmeer ausgedacht. Dort könnten dann, an einem Mittelmeerhafen, EU und US-Tanker anlegen und die Ware sicher weiter transportieren. Spätestens hier werden einem auch die Zusammenhänge im Kosovo klar. Die Politik will sich alle Optionen offen halten und eine mögliche Pipeline so gut es geht vor dem „Feind“ schützen. Da Serbien Russland zugewandt ist, ist es natürlich gut wenn der Kosovo eher westlich orientiert ist, sollte eine Pipeline direkt vor der Tür vorbei laufen. Mittlerweile überlegt man sogar noch eine Route über Bulgarien, Ungarn und Österreich nach Deutschland bis nach Hamburg. Von dort hätten es die US - Tanker noch kürzer und sicherer in die USA.
Einer der einfachsten und kostengünstigsten Wege führt natürlich durch den Iran an den Persischen Golf. Der Iran würde aber keine Verkäufe an die USA erlauben und die US-Sanktionen gegen den Iran, erlauben vielen asiatischen Ländern noch nicht im Iran zu kaufen.
China will ebenfalls eine Pipeline in die Region bauen. Sie soll über Kasachstan in den Iran führen. Und Indien und Pakistan planen ebenso Pipelines in den Iran. Es geht wohl eher darum wer schneller und erfolgreicher ist und den anderen aufhalten kann. Die Öl und Gas - Vorkommen sind in der Region so enorm gross, dass alle Anlagen auf lange Zeit eingerichtet werden können. Es kommen auch durch neue Technologie immer wieder neue Funde dazu. Das Ammenmärchen vieler Umweltschützer, das Öl und Gas würde ausgehen, trifft hier nicht in hunderten von Jahren zu.
Die aufstrebenden Länder Asiens benötigen Energie in grossen Mengen, die USA und Europa wollen ihren Einfluss halten. Damit sind Reibungspunkte vorprogrammiert, die sich dann direkt vor Ort in kleineren Scharmützeln niederschlagen. Die Aufwiegelung von Religionen gegen Religionen schafft dabei keine Vorteile, im Gegenteil. Hoffen wir das alle besonnen bleiben und es nur dabei bleibt.
Quelle: Eigene Recherchen
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February 20th, 2008 16:07
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February 20th, 2008 16:18
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February 20th, 2008 16:38
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