USA kauft sich die Freundschaft Europas
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Dieser Tage wird über einen interessanten und lukrativen Deal der EADS (EUROPEAN AERONAUTIC DEFENCE AND SPACE COMPANY) berichtet. Zitat Reuters: “Im Kampf um einen Milliardenauftrag des US-Militärs hat der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS seinen Erzrivalen Boeing in dessen Heimatmarkt ausgestochen.”
In dem Bericht wird geschrieben, dass “überraschender Weise” nicht die “heimische” Firma Boeing einen Auftrag über den Bau von 179 Tankflugzeugen erhalten habe, sondern eben die grosse Konkurrenz in Europa, die EADS. Der Deal beläuft sich auf 23 Milliarden Euro und soll bis 2023, also über 15 Jahre, abgewickelt werden.
Frankreich (Sarkozy) und Deutschland (Merkel) überschlagen sich mit Lob ihrer eigenen Leute, huldigen die Technologie die die europäischen Ingenieure leisten können und machen auf die vielen Arbeitsplätze aufmerksam, die dadurch erhalten oder sogar geschaffen werden. Natürlich wird auch die “vertrauensvolle sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den USA” hervorgehoben.
Liebe Leser, hier erleben sie ein kaum verdecktes Beispiel der hegemonial Politik der USA, wie sie die letzten Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte durchaus üblich durchgeführt wurde. Nur wurden diese Deals früher hinter vorgehaltener Hand abgewickelt. Jetzt, in Zeiten in denen die USA immer mehr mit dem Rücken zur Wand, gegen die ganze Welt agieren muss, ist ihnen jede Diskretion abhanden gekommen.
Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wirtschaftliche oder technische Details hier einen Ausschlag für die Bestellung gegeben haben. Die Technik modernste Flugzeuge zu bauen und das mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden ist hüben wie drüben des Atlantiks heute eine normale Sache. Das Europa günstiger sein könnte, ist bei höherem und steigendem Eurokurs kaum ein Argument für die Aktion, eher dagegen. Ausserdem bekommt die EADS ja auch nur einen Achtungserfolg, denn sie dürfen von den 500 angepeilten Flugzeugen eben nur 179 bauen.
Also, warum gerade jetzt und in der Grössenordnung. Die Summe und Grösse des Auftrags ist gerade so bemessen, dass Frau Merkel und Herr Sarkozy damit hausieren gehen können. Nach Wählerstimmen, für eine Zustimmung für mehr Truppen in Afghanistan. Für die Anerkennung des Kosovo. Für die Zurückhaltung gegenüber den Russen und dem Iran. Und viele weitere Punkte, die die USA auf der Agenda haben. - Die USA kauft sich die Freundschaft Europas.
Präsident Bush hat zusammen mit seinen Generälen (Wolfowitz, Cheney, Rice, etc.) in den letzten Jahren bewusst auf eine “Schwarz/Weiss” Differenzierung der Welt gedrungen. Die Guten und die Bösen. Hier wir und dort die “Achse des Bösen”. Die “Evil”, die teuflischen. Der Wahlspruch “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns” wurde von dieser Administration als Leitbild erhoben.
Nun, da sich Deutschland unter Schröder und Frankreich unter Chirac nicht so richtig entschliessen konnten, und auch heute Merkel und Sarkozy nicht so können wie sie wollen. Es gibt ja in diesen Ländern ein demokratisches System, das Kriegsspiele nach Gutdünken, erschwert. Muss man mit den alten Mitteln des Dollar-Imperialismus nach helfen. Man kauft sie sich einfach.
Wie bei gutem Marketing, das ja in den USA jeder mit der Muttermilch aufsaugt, gibt man dem “Kunden” so lange “Goodies” bis er freiwillig das kauft was man ihm so schmackhaft macht. Das schlechte Gewissen denjenigen gegenüber, die einem ja immer so viele “Goodies” gegeben haben, sorgt für die automatische Zustimmung in anderen Sachen. Deutschland und Frankreich sollen sich endlich auf die “eine” Seite stellen und zwar gefälligst “hundertprozentig”. Für die USA und Israel und gegen den Rest der Welt. Punkt.
Diese ganze Aktion zeigt mir, wie schwach die USA bereits dastehen. In Zeiten der Stärke hat sich ein amerikanischer Präsident nur räuspern müssen und Europa ist gesprungen. Als sich die Zeiten änderten konnte die USA zumindest noch drohen und Europa hat pariert. Nun sind wir also so weit, dass die USA zahlen muss um ihre Gefolgsleute zur Tat zu bringen.
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