Lage im Sudan

Eine Zusammenfassung

Auf dem Blog “Alles Schall und Rauch” wurde vor ein paar Tagen ein Bericht über den Sudan und Darfur veröffentlicht. Er wurde von einem Laien verfasst, der sich kürzlich, beruflich dort aufhielt und seine Eindrücke schilderte. Der Bericht unterscheidet sich in erfrischender Weise, von dem allgemeinen Nachrichten - Dienst - Gesäusel. Er zeigt auch, dass die Berichte, die wir über die allgemeine Presse bekommen, nur eine Seite der Situation schildern. Gesteuert oder nicht, ist das wieder ein Punkt, der die Glaubwürdigkeit der grossen Medien ankratzt.

In den Kommentaren zu dem Bericht wurden auch kritische Meinungen geäussert, nach dem Motto “soll er doch beweisen, dass er wirklich dort war und das gesehen hat”. Interessant. Solche Forderungen werden an die etablierten Medien nie gerichtet, obwohl viele wissen, dass die meisten dieser Medien, die Berichte von Presseagenturen einkaufen und ihnen blindlinks vertrauen. Oft winkt ein Redakteur die Meldungen einfach nur durch. Da wird nicht gefragt, ob das auch wirklich wahr ist.

Aber der Einwand hat mich stutzig gemacht und ich überlegte mir, ob es denn wirklich sein könnte, dass der Autor den Artikel einfach nur erfunden hat. Also ging ich auf Recherche. Und das hier ist mein Resultat.

Eine der besten Quellen für gute Berichte, die man vom Inhalt und Art kaum in anderen Medien findet, ist der “DerStandard.at” (Sudan). Dort fand ich gleich mehrere Berichte, die mehr oder minder ergänzend oder erklärend zum Thema verfasst waren.

Als erstes “Afrikahistoriker Zach: ‘Es geht um materiellen Besitz’ vom 27.Juni 2007“. Ein Interview mit dem Afrikahistoriker Zach. In diesem erklärt Zach, dass der Konflikt eigentlich schon seit Jahrhunderten schwelt. Arabisch stämmige Eliten in Khartum, Islamisten im Süden und Schwarzafrikaner im Westen des Landes passen von Kultur, Glauben und Besitzansprüchen nicht zusammen und sind deshalb verfeindet. Zusätzlich haben sich aus diesen unterschiedliche Clans gebildet, die Bodenschätze und Land in Besitz nehmen wollen. Dazu benutzen sie alle Möglichkeiten. Durch die Lieferung von modernen Waffen haben sich die Konflikte sehr verschärft.

Sicherlich waren westliche Mächte als erstes in der Lage überhaupt moderne Waffen in das Land zu liefern. Diese haben die Absicht, das Land zu destabilisieren um leichter in den Besitz der Bodenschätze zu kommen. Der Wikipedia-Bericht über den Sudan zeigt auch auf dass dort immerhin ca. 3 Milliarden Rohöl vermutet werden.

Gibt man bei Google “USA Sudan” ein findet man interessante und widersprüchliche Beiträge. Bei Radio Vatikan z.B.:

USA: Sudan ist starker Partner

Beobachter sehen Widersprüche im aktuellen Terrorismus-Bericht des US-Außenministeriums. Einerseits wird die sudanesische Regierung darin als “starker Partner im Kampf gegen den Terrorismus” bezeichnet; andererseits steht der Sudan im gleichen Bericht auf der Liste der Sponsoren des Terrorismus. „Die Situation in Sudan ist kompliziert“, meinte dazu ein Sprecher des Weißen Hauses auf Anfragen der Presse.
(misna 07.05.2007 gw) http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=13224

Im Artikel “Fluch der Rohstoffe” wird klar, dass auf der Weltbühne die asiatischen Staaten mit voller Macht aufgetaucht sind. China geht es bei seinen Investitionen, in Ländern wie dem Sudan, um Öl und den günstigen, nahen Abtransport über See-Häfen. Sicherlich ist das für den Westen eine neue Situation. Wo man früher, selber ungestört die Strippen ziehen konnte, sind auf einmal echte Konkurrenten aufgetaucht. Aber nicht nur asiatische Länder spielen hier eine Rolle. Der Lybische Staatschef Gaddafi hat nun auch eine Waffenlieferung veranlasst. Eine gute Quelle für Tagesaktuelle Nachrichten rund um den Sudan und den Tschad ist http://allafrica.com/sudan/.

Zum “Dafur Konflikt” gibt es auf Wikipedia eine gute Seite. Im Artikel “China verteidigt seine Politik in Darfur: “Einzigartige” Rolle” wird auch erklärt, wie der Westen gegen den neuen Konkurrenten im Sudan vorzugehen pflegt.

All diese Artikel zeichnen eigentlich ein klares Bild. Im Sudan gibt es Bodenschätze, die in dem Rest der Erde immer stärker nach gefragt werden. Der Konkurrenzkampf darum ist um so härter geworden, weil auch noch die asiatischen Länder, allen voran China, um die Ressourcen kämpft. Die innenpolitische Lage mit den drei Gruppierungen Süden, Westen und Osten, sowie den verschiedenen Klans tragen nicht zur Beruhigung der Lage bei. Die Rebellen aus dem Tschad, die immer wieder in das Gebiet des Sudan eindringen und Verwüstungen anrichten, sorgt für ständige Unruhe. Man kann sagen, der Welt-Konkurrenz-Kampf um Öl wird im Sudan auf dem Rücken von Flüchtlingen und armen Leuten ausgetragen. Aber das ist ja nichts neues. Die Kolonialzeiten sind zwar vorbei, heute herrscht aber ein schlimmerer “Imperialer” Drang des Westens und des Ostens, sich das zu nehmen was man will, koste es das Leben der anderen so viel es auch sein muss.

In diesem Sinne, kann man anhand er recherchierten Artikel guten Gewissens behaupten, dass der Artikel auf “Schall und Rauch” wohl wirklich von einem Augenzeugen verfasst wurde.

Diese Arbeit hätte sich der Schreiber des Kommentars vielleicht auch selber machen können.

addthis


 

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