Diskussion um Eliten


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Gerade habe ich mir die Sendung “Anne Will” angesehen, in der es um die in Deutschland und den zukünftigen Fachkräftemangel ging.

Interessant war, dass wieder einmal herausragende Experten dort diskutiert haben. Personalberater, Psychologen, Lehrer, Professoren - eben Leute die sich mit dem Thema echt auskennen, täglich damit zu tun haben und wirkliche Meinungen dazu abgeben können.

Nein, so war es natürlich wie immer nicht - es war ein Herr Jauch eingeladen, dessen herausragende Qualifikation darin besteht Deutschlands bekanntester, Entschuldigung, Deutschlands zweit bekanntester Showmaster zu sein. Es war ein DJ, Herr Paul van Dyk, eingeladen, der seine profunden Erfahrungen aus der Diskoszene im in und Ausland und aus dem Schulalltag der ehemaligen DDR beitrug. Und es war eine ehemalige Studentin und heutige Buchautorin eingeladen, die einmal einen Aufnahmetest bei der berühmten Beratungsfirma McKinsey bestanden hatte, aber den darauf angebotenen Job ablehnte.

Neben diesen illustren Gästen waren Leute eingeladen, die wenigstens ein bisschen bei dem Thema mitreden konnten. Mitglieder der SPD (Karl Lauterbach), FDP (Margarita Mathiopoulos) und CDU (Katherina Reiche) sowie ein Pfarrer - Herr Bernd Siggelkow, der das Hilfsprojekt Arche in Berlin gegründet hat, das wenig begüterten Kindern sinnvolle Freizeitaktivitäten bietet.

Alleine bei dieser Auswahl an Gästen, zeigt sich die Situation in Deutschland. Wenn man das Thema “” vernünftig diskutieren will, dann muss man Leute dazu einladen, die davon auch eine Ahnung haben, ja die sich möglichst seit Jahren damit täglich auseinander setzen. Damit Leute auf hohem Niveau diskutieren und die Zuschauer eventuell von den mitgeteilten Meinungen, eine eigene “vernünftige” Meinung bilden können.

Aber es scheint ja in Deutschland und Europa immer mehr in Mode zu kommen, Qualifikationen aussen vor zu lassen und die Willkür, sprich den mit den besseren Ellenbogen, Abstammung oder dem Geld zu Wort kommen zu lassen. Und genau das wurde dann auch in der Sendung selber bemängelt:

Die Führungspositionen werden aus den Kreisen der besetzt. Kinder aus Arbeiterkreisen haben keine Chance zum sozialen Aufstieg. An allem ist das Schulsystem Schuld und das fehlende Geld.

Wie soll den ein Aufsichtsrat die geeignete Wahl für einen Vorstand finden, wenn die Massstäbe an denen heute, selbst bei der Auswahl in einer Diskussionssendung, vollkommen willkürlich sind.

Die Systematik in Deutschen Medien mit Laien Themen zu diskutieren, die automatisch Dünnschiss produzieren, hat schon was. Es hat dazu geführt, dass die Auswahl der Kandidaten in den Unternehmen eben nicht mehr nach der Qualifikation sondern nach allen möglichen anderen Kriterien erfolgt.

Wenn eine Gesellschaft so denkt und handelt, liegt es an ihr dass die Massstäbe so festgelegt werden, nicht an der Politik oder dem Geld. Wenn die Qualifikation, die sich jemand durch den Besuch einer Ausbildung und das jahrelange Ausüben dieser Tätigkeit, nicht anerkannt und ein Showmaster vorgezogen wird, braucht man sich nicht wundern, dass sich abgeschottet bilden, denn die Unternehmen brauchen diese Leute, händeringend.

Würde die Gesellschaft die Qualifikation einer Person anerkenne, dann müssten sie auch seine Leistung anerkennen und damit kommen wir zu dem eigentlichen Problem der Gesellschaft “Deutschland”. Alle wollen haben, haben, haben - aber dafür etwas leisten wollen sie nicht. Und sie wollen es jemanden anderen auch nicht gönnen. Und so ist es einfacher Qualifikation nicht zu wollen. So wie viele Väter nicht wollen, dass ihr Sohn mehr kann als sie. Und damit braucht man Leistung nicht anzuerkennen und kann einen Herrn Zumwinkel im Fernsehen vorführen und kurz aus dem Amt jagen.

In Deutschland will man einfach nicht wahrhaben, dass sich die Sonne und das Firmament nicht um Deutschland dreht und die Massstäbe die auf dem Rest der Erde gelten dort nichts wert sind.




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