Der Westen steht still
Tags: Altersvorsorge, Hygiene, Wahlperiode, westen
Das grösste Versäumnis das ich dem Westen, sprich Europa und den USA, mache ist, dass der ca. dreissigjährige Vorsprung vor den anderen Ländern und Regionen nicht genutzt wurde. Im Gegenteil man hat sich auf den Lorbeeren ausgeruht, sich in das soziale Netz fallen lassen oder seine überquellende Kraft in Kriegen und Bürokratie verbraucht. Dabei ist Korruption in Politik und Wirtschaft entstanden und die Moral der Gesellschaft ist den Bach runter gegangen. Der Beweis, schalten Sie den Fernseher an oder schlagen die einschlägigen Boulevard-Blätter auf. Lesen Sie nach wieviele Lobbyisten auf einen Politiker kommen.
Die USA haben Billionen an Geldern in die Kriegsindustrie, Kriegsmaterial, Kriege und Ausseinandersetzungen gesteckt, aber ihre Gefängnisse quellen über. Die Pornoindustrie in den USA ist die grösste der Welt, in einem Land das sich politisch “Gottes Segen” erbittet und sich auf der rechtschaffenen Seite des Christentum glaubt. Wo waren da die christlichen Kirchen? Die Reise des Papstes nach Australien, wird bestimmt durch die Entschuldigung bei den von Kirchenmitgliedern missbrauchten Kindern. Was für ein Hohn. Nicht der Islamismus ist stark geworden, sondern das Christentum schwach.
Visionäre hatten das Ziel eine EU zu schaffen, die den zukünftigen Anforderungen der Globalisierung standhält und die alten Länder Europas in der Weltpolitik ein Wörtchen mitreden lassen sollte. Was ist daraus geworden, ein bürokratischer Moloch der Unsummen an Steuergeldern verschlingt und seine führenden Politiker als das Wichtigste über alle anderen Menschen erhebt. Rechtspopulistische möchte gern Weltpolitiker des noch so kleinen Mitgliedslandes führen die anderen an der Nase herum. Was für ein Witz. Die Bürger werden mit neuer Bürokratie überzogen und sehen keine Vorteile. Aber führende Politiker dieser EU fahren in ferne Länder und erzählen dort einem “Goliat” wie sich “Micky Maus” die Welt vorstellt.
Im Träumen von einer besseren Welt haben sich bestimmte Leute auf “alternative” Energie konzentriert. Das Ergebnis, Russland hat sich in kürzester Zeit einen beherrschenden Teil der Gasvorkommen der Welt angeeignet und bestimmt nun den Marktpreis. Die Würfel sind gefallen, das ist nicht rückgängig zu machen. Überhaupt holt Russland mit Siebenmeilenschritten auf und kauft eine Firma mit Bedeutung nach der anderen im Westen. Gerade wird ein Angebot für eines der grössten Deutschen Touristikunternehmen unterbreitet. Und all das ist erst der Anfang, wenn man bedenkt wie weit Russland noch in der Entwicklung zurück liegt. In Europa haben Träumer dafür gesorgt das Utopien verfolgt wurden und die Verfolgung von realistischen Zielen damit geschwächt.
In Afrika haben europäische Länder Jahrzehnte Entwicklungsgelder verteilt und damit die heimische Wirtschaftskraft und Kaufkraft der Bevölkerung reduziert. Davon fliesst nie mehr etwas zurück. Die Chinesen machen es nun ganz anders und sind erfolgreich damit. Sie kaufen dort Firmen auf, stellen Einheimische ein und nutzen diese Firmen gleichzeitig als Standort um andere Waren in das Land zu bringen. Sie schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe. Nicht nur das, dass eingesetzte Kapital mit Rendite zurück nach China fliesst, sie schaffen damit auch Wohlstand, Kaufkraft und Zufriedenheit bei den dortigen Bürgern. Diese danken es ihnen, in dem sie die Waren aus China kaufen. Das ist eine der berühmten Win-Win-Situationen, die man selten zu Stande bringt. Die ehemaligen Kommunisten beherrschen das Handwerkszeug des Westens besser, als die vermeintlich kapitalistischen Gegner.
Im Westen gedeiht der Rassismus besser als je zuvor. Rassismus hat sich bestens auf andere Gebiete ausgebreitet. Früher hat man die Hautfarbe als Merkmal des Hasses und zur Differenzierung verwendet. Dazu hat der Westen aber noch zusätzlich die Herkunft und Gruppenzugehörigkeit gesetzt. Fehlen nur noch Blut- und Genkontrollen. Obwohl überall Gesetze gegen Rassendiskriminierung erstellt wurden, wird der Rassismus heute im Westen besser gelebt als je zuvor. In Europa ist die politisch gesteuerte Strategie zurück zum Lokal-Nationalismus in Mode. “Wer hier nicht geboren ist, hat hier nichts verloren”. Das hätten sich früher mal Kolonialländer erlauben sollen. Die Diskriminierung von anderen Menschen ist im Westen so weit gediehen, dass selbst die Zugehörigkeit zu einem Golf - Club wichtig wird. Wer in den USA nicht in den Studentenverbindungen angesehener Universitäten war, wird nie einen Posten oberhalb des mittleren Managements bekommen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Das Mass aller Dinge ist Geld und Macht - wo waren und sind da die Kirchen und das Christentum? Wo sind da menschliche, moderne Einstellungen. Nein, der Westen hat sich zurück entwickelt. Zukünftige Generationen werde dafür bezahlen.
Was hätte man alles in dieser Zeit schaffen können!?
Die Automobilindustrie in Deutschland ist und war eine der besten Industrien überhaupt. Schon vor zwanzig Jahren hätte man an Hybridlösungen arbeiten und sie spätestens vor fünfzehn Jahren serienreif auf den Markt bringen können. Vielleicht wären wir deshalb schon bei reinen Elektroautos mit ganz kleinen aber leistungsfähigen Batterien. Die Chinesen würde jetzt diese nachbauen und nicht die Autos mit Verbrennungsmotoren. Unsere und ihre Umwelt würde es uns danken. Aber nein, man wollte lieber protzen und sich die Taschen vollstopfen. Der Staat mit seinem über wahnsinnigen “Robin Hood” - Syndrom, den Reichen nehmen und an die Anderen verteilen, auch nur aus Ego, hat sein Bestes dazu getan, dass die Forschungs- und Kriegskassen der Unternehmen geplündert wurden.
Atomkraftwerke könnten heute ein drittel so klein sein und dreimal so viel Energie liefern, wenn nicht eine winzig kleine Gruppe von Gegnern, fast militant, gegen diese Entwicklung gearbeitet hätte. Vielleicht hätte man schon die “ungefährliche” Atomkraftnutzung entdeckt. Vielleicht wäre man durch die Nutzung zu neuen Erkenntnissen für die Fusionskraft gelangt. Aber nein, man hat ein technisch-wissenschaftliches Thema politisch zerstört ohne jede Lücke zu lassen. Atomkraft wurde einfach verteufelt, so wie die Hexen im Mittelalter gejagt wurden. Der Mob hatte das Sagen - nicht die Intelligenz. Jetzt wird die Welt Tatsachen schaffen wo es nicht mehr anders geht.
Überhaupt waren und sind die letzten dreissig Jahre die Jahre die mit dem Titel “Laien-Prediger” für Europa in die Geschichte eingehen müssten. Grundsätzlich hat man bei Entscheidungen, Laien darüber bestimmen lassen was besser oder schlechter ist. Noch heute wird in den meisten Diskussionssendungen jeder X-beliebige zu technisch-wissentschaflichen Themen eingeladen, nur kein Fachmann. Pfarrer, Umweltschützer oder Sozialpädagogen wissen eh besser was für die Menschheit wichtig und richtig ist. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Politik.
Über sechzig Jahre Frieden in Europa mit demokratischen Strukturen. Gratulation. Was hat sich verändert? Was hat sich verbessert? Nichts! Jeder kann nur einmal in einer Wahlperiode seine Stimme abgeben. Führende Politiker werden immer aus den Reihen der langjährigen Parteigänger besetzt. Politik findet im Interesse des Parteidünkel statt, nicht der Bürger. Eine Modernisierung des Staatssystems hat wenn, dann nur in ganz wenigen westlichen Ländern stattgefunden. Die anderen waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, anstatt die Wohlstandszeiten für die Rüstung auf die nächsten Jahrzehnte zu nutzen. Die demographische Entwicklung konnte ja auch keiner der Politiker vorher sagen, obwohl alle tiefste Prognosen von den statistischen Ämtern erhalten.
Wir wissen alle, dass wir länger leben und älter werden. Das liegt zum einen an besserer Hygiene und zum anderen an der guten medizinischen Versorgung. Was würde jeder vernünftige Mensch dann tun, wenn er das weiss? Er sorgt vor. Wenn man länger lebt, muss man auch länger Geld haben und irgendwo wohnen. Wenn man länger älter ist, muss man entweder länger gesund bleiben oder dafür sorgen, dass man später gut gepflegt werden kann. Aber was haben wir in Europa die letzten dreissig Jahre gemacht? Wir haben die Medizin so teuer gemacht, dass sie sich nur noch wenige wirklich leisten können. Und wir haben dafür gesorgt, dass die Jobs die uns später mal pflegen sollen, nicht mehr zu bezahlen sind. Wobei das nicht an den Löhnen der Leute liegt sondern an dem ganzen Überkopf der darüber wacht und mit bezahlt werden muss. Schon vor zwanzig Jahren war in einigen Ländern klar, dass die finanzielle Altersvorsorge zum scheitern verurteilt ist.
Man könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Der Westen, oder Europa könnte in vielen Dingen so weit vorne sein. Aber man hat sich ja lieber mit sich selber beschäftigt. Fährt in aller Welt umher und erzählt den anderen was sie zu tun und lassen haben. Es ist beschämend zu sehen was aus dem Vorsprung des Westens wird. Die Schwellenländer holen mit riesen Schritten auf. In ein paar Jahren sind die Vorteile verspielt und die Nachteile bleiben. Wäre es da nicht besser gewesen, den Vorsprung schon früher zu nutzen um den Status Quo zu erhalten?
Das müsste der Massstab für zukünftige, politische Systeme sein. Die Politik braucht frischen Wind für moderne Reformen, die den Staat entlasten und die Wirtschaft fördern. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit muss mit allen Mitteln vom Staat aus den Köpfen so mancher vertrieben werden. Denn die wollen sich nur dahinter verstecken um sich keinem Wettbewerb aus zusetzen. Früher oder später kommt er aber dann doch und dann ist man nicht trainiert darauf zu reagieren. Besonders Europa muss sich wieder stärker auf seine Christlichen Wurzeln besinnen und diese leben. Und das heisst vor allem “miteinander” statt gegeneinander.
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