Hot Air from West

Jun 26th, 2009 | By admin | Category: Kritik

Heisse Luft kommt aus dem Westen. Der Westen hat in den letzten 30-40 Jahren kläglich versagt. Er hat ein Finanzsystem aufgebaut, das bei der leichtesten Erkältung in sich zusammen bricht. Allen voran die Kolonialmächte, die schon vorher die halbe Welt, Jahrhunderte lang, ausgeplündert haben. Natürlich immer in die Taschen der gleichen Leute. Und immer “nehmen”, von den gleichen Leuten.

Der Westen beruft sich auf das christliche Abendland. Ja, wenn er dessen Regeln denn befolgen würde. Dann wäre es ja gut. Aber er befolgt ja seine eigenen, hoch gepriesenen, Regeln nicht. Terroristen sind Islamisten, nie Katholiken oder Juden. Der Islam ist schlimm und überhaupt, alles was dunkle Haut hat und nach Knoblauch riecht, kann nicht gut sein. Hexenjagd war im Mittelalter.

Der Westen merkt, wie die “neuen Länder” eine Konkurrenz aufbauen, denen er nicht gewachsen ist. Und? Wie reagiert er? Er belegt Länder mit Einfuhrzöllen, nur um den Marktpreis hoch zu halten. Mit dem Argument, er schützt Arbeitsplätze. Wie dumm ist das denn? Die Kinder, der jetzigen Arbeitsplatzbesitzer, haben dann doppelt und dreifach keine Arbeit. Später, wenn sich das was sich durchsetzen muss, nicht mehr zu verhindern ist. Jetzt wo sich manche der “neuen Länder” mit den gleichen Methoden wehren, dann geht man vor das eigene hohe Gericht und verurteilt sie. Wo ist denn da der Glaube geblieben. Hat man die Gerichte nur für sich errichtet?

Das neue Feindbild ist der Iran. Warum, weil er sich nicht wehren kann. Weil er im Westen keine Verbündeten hat. Und noch viel schlimmer, weil er was hat, was der Westen will und es nicht bekommt. Oel. Da kommen Wahlen im Iran gerade recht. Es ist sowieso gut, das dumme Volk von den eigenen Misstaten abzulenken und mit dem Finger auf andere zu zeigen. Es ist immer wieder erstaunlich wie die Medienmaschine politisch bestens geschmiert ist. Während in anderen Teilen der Welt die Nachrichten aus täglichen Meldungen über Hunger, Wirtschaft und Aufwärtsstreben besteht, wird im Westen fast nur über den Iran berichtet. Damit kann man so schön vom eigenen Versagen ablenken.

Die hunderten Milliarden die den Steuerzahlern weggenommen und den Banken geschenkt werden. In den USA genau so wie in Europa. Die Opel-Krise. Die KFW Vorstände. Die Steuerparadiese. Die riesige Chrysler Pleite. Lehmann Brothers Tiefflug. Die Tausenden von Anleger, die mit Nichts dastehen, ausser einem Scherbenhaufen ihres Lebens. Haus verloren, Arbeit verloren, Frau davon gelaufen, selbst von den Kindern verachtet. Und, die anderen, die fröhlich ihren zweiten oder dritten Urlaub dieses Jahr nehmen. Alles ist vergessen, wenn die Medien und Politiker mit ihrem dicken Finger auf den Iran zeigen.

Sicher, ich lebe im Westen. Sicher ich tue das auch gerne. Ja, ich finde es gut wenn man seine Meinung sagen kann und Pressefreiheit auch und demokratische Wahlen finde ich auch richtig. Aber ich weiss auch, dass die Welt ein bunter Haufen ist und das es eben Länder und Regionen gibt, in denen alles anders läuft. Aber nicht nur im Iran. Es gibt viele davon. Der Iran ist wehrt sich nur gegen die Weltelite. Er will seine Wahrheit, seinen Glauben leben und sich nicht von anderen sagen lassen, wie und was er mit seinem Reichtum anfangen soll. Und man kann so schön mit ihm ablenken, von den eigenen Fehlern, von den Menschen die jetzt in den Abgrund stürzen. Hier im Westen, nicht im Iran.

Die Abläufe im Westen sind vorhersehbar, oberflächlich, immer gleich. Wenn der Iran das macht, wenn die Russen das machen oder wenn die Chinesen das machen, dann reagiert der Westen à la 08/15, wie schon immer, ob da ein Obama oder eine Merkel oder Sarkozy dran sind. Es ist erschütternd, dass sich auch noch Menschen mit dem Glauben an eine freie Welt vor den Karren des rechtsradikalen Imperialismus spannen lassen. Im Glauben sie wären links, oder liberal, oder zumindest menschlich. Dabei ist es so einfach die Vorgehensweise zu durchschauen. Nur die Mühe müsste man sich halt machen.

Den Bildern und Berichten in den Medien des Westens kann man mindestens seit dem Beginn des Irak-Krieges nicht mehr trauen. Sie sind Werkzeuge weniger imperialistischer Drahtzieher und geldgeilen Böcke geworden. Wo sind denn die Massenvernichtungswaffen, die Atombomben oder Giftgasanlagen von Saddam Hussein? Bis heute gibt es keine Beweise. Wo sind die Terroristen, die 9/11 angeführt haben? Vor Gericht ist keiner gekommen? Wie viele Terroranschläge gab es in Deutschland, von ausländischen Terroristen in den letzten fünfzig Jahren? Seit der Ostblock zusammen gebrochen ist, fehlt auf der Welt das Gegengewicht. Jetzt kann man sich im Westen alles erlauben. Aber nicht mehr lange. Die Wirtschaftskrise war ein Vorgeschmack was den Westen erwartet. Was ihn erwartet, wenn die Mehrheit der Welt ihr Recht fordert.

Der Westen sollte sich seiner Fehler bekennen und sie lösen, nur dann kommt er vorwärts. Das zeigen mit dem Finger auf andere löst kein einziges Problem. Nicht für Iraner und auch nicht für uns. Das schlimme ist eigentlich, dass die Mehrheit der heissen Luft folgt und auch mit dem Finger zeigt. Eben wie damals. Die Menschen bleiben halt immer gleich. Für mich zeigen die Berichte aus dem Iran, dass er auf einem positiven Weg der Demokratisierung ist. In China oder Russland währen die Demonstrationen nie so möglich gewesen. Wenn es sie so überhaupt gab. Die Bilder im Fernsehen können auch aus Mexico oder von den Philippinen stammen. Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er von fortan nur die Wahrheit spricht.

Ein warmes Lüftchen aus dem Westen.

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