Die Mafia hinter der Umsatz – Steuer – Rückerstattung?
Jul 21st, 2010 | By admin | Category: Allgemein, Kritik
Eine der grössten Geldquellen ist die Umsatzsteuer in der EU. Für die Staaten wie auch für private Unternehmen. Wie schön wäre es wenn man von diesen enormen Geldflüssen ein kleinen Teil für sich abzuzweigen könnte. Auf diese Überlegung sind so genannte “Umsatzsteuerrückerstattungsunternehmen” auch gekommen und treiben ein farbiges Geschäft damit.
Wie Sie sicher wissen, gibt es fast in jedem Land auf der Erde unterschiedliche Mehrwertsteuersätze. Sie weichen oft um 100 % voneinander ab. In den USA z.b. liegen sie zwischen 0 bis 11.5 %. In der EU so zwischen 15 % und 25 %. In der Schweiz bei 2.4 und 7.6 %. Wenn nun jemand aus einem Land eine Reise in ein anderes Land unternimmt und dort etwas kauft und die Ware mit in die Heimat nimmt, führt er diese ja aus dem Ursprungsland aus und kann somit die Umsatzsteuer zurück verlangen. Natürlich nur wenn er sie dort bereits bezahlt hat. Aber das ist ja in den meisten Fällen so. Wenn ein US-Bürger also in Deutschland etwas kauft und 20% Mehrwertsteuer zahlt, dann kann er diese 20 % nach der Ausfuhr der Waren vom Deutschen Staat wieder zurück verlangen.
Natürlich muss er dann in seinem Land die entsprechende Steuer zahlen.
Das Verfahren dazu ist in fast jedem Land unterschiedlich, dazu kommt noch, dass sich zwischen den Staat und den Endverbraucher Unternehmen schieben, die eben, sagen wir mal davon profitieren wollen, um es salopp auszudrücken “Geld im Schlaf” verdienen wollen. Das Recht dazu bekommen sie von Politikern. Eigentlich ist das Verfahren ganz simple.
Der Kunde zeigt am Zoll die Ware und die Rechnung und bekommt vom Zoll bestätigt das er die Ware aus dem Land geschafft hat. Der Kunden könnte dann die Bestätigung an den Zoll des Ursprungslandes senden und bekommt die Mehrwertsteuer erstattet. So der Plan! Nun haben aber der Zoll und andere Abteilungen des Ursprungslandes kein grosses Interesse eine Steuer zurück zu erstatten, erst recht nicht, wenn diese Arbeit noch mit grossem Aufwand verbunden ist. Also hat man das auf die Unternehmen abgeschoben.
Ein Beispiel: Ein Schweizer Bürger fährt nach Österreich und kauft in einem der bekannten “Rundfunk-und-Fernsehgeschäft” (das mit Media im Namen) einen Fernseher. Der Kaufpreis 1’200 Euro. Die Mehrwertsteuer beträgt 20 %, also 240 Euro. Wenn der Schweizer die Ware aus Österreich ausführt müsste er die 240 Euro vom Österreichischen Staat wiederbekommen. Das ist auch so gedacht. Da man aber die Ausfuhr erst an der Grenze bestätigt bekommt, müsste man diese Bestätigung später wieder in Österreich irgendwo vorlegen damit man beweisen kann, das man die Ware auch wirklich in das Ausland geschafft hat. Von wem bekommt man dann aber sein Geld zurück? Vom “Rundfunk-und-Fernsehgeschäft” oder vom “Zoll” oder “Steuerbehörde”? Wenn ja in welchem Ort? Keiner will sich dafür verantwortlich machen, es geht ja nur um die Interessen eines Ausländers, oder zumindest jemandem der in einem anderen Land wohnt.
Damit das “Rundfunk-und-Fernsehgeschäft” keine Probleme mit solchen Kunden bekommt, denn natürlich will man an die auch verkaufen, hat man sich einen anderen Trick ausgedacht. Es wurden Unternehmen gegründet die das Ganze abwickeln. Meist haben sie Namen, die einen hoch angesehnes Institut vorspielen. “Global Cash”, “National Refund” oder ähnlich. Das ist genial für alle Beteiligten, ausser dem Kunden aus dem Ausland natürlich. Das “Rundfunk-und-Fernsehgeschäft” kann, wenn etwas schief läuft, alles auf dieses “Abwicklungsunternehmen” schieben. Der Staat kann sich dabei auch fein heraus halten. Und das Abwicklungsunternehmen kann sowieso scheinheilig tun, denn es weiss ja die entsprechenden Leute hinter sich und ein Ausländer hat im eigenen Land sowieso das Nachsehen. Also wird es folgendermassen gemacht, bei der Bezahlung im “Rundfunk-und-Fernsehgeschäft” bekommt man neben der Rechnung, natürlich inkl. 20 % Mehrwertsteuer, einen Antrag für dieses Abwicklungsunternehmen. Die Papiere soll man dann an der Grenze vom Zoll abzeichnen lassen und dann die Papiere an das Abwicklungsunternehmen senden. Dann bekommt man sein Geld zurück – wenn man es denn glaubt.
Meist schiebt das Abwicklungsunternehmen irgend welche Gründe vor um nicht zahlen zu müssen.
Die Abzockmethoden
- Das Abwicklungsunternehmen macht das Ganze ja nicht umsonst, sondern verlangt einen relative hohen Anteil an der Summe für sich. Da wäre auf jeden Fall schon mal was verdient. 40 % und mehr sind nicht selten.
- Weiterhin wird in einem ausserirdischen Amtsdeutsch nach bestimmten Papieren verlangt, sonst kann nicht abgewickelt werden. Damit kann man die totale Zahlung abblocken.
- Im günstigsten Fall bekommt das Abwicklungsunternehmen das Geld vom Staat zurück und der Kunde natürlich nichts. Macht 100 % Gewinn.
In unserem Beispiel verlangt das Abwicklungsunternehmen vom Käufer des Fernsehen einen “Dienstnehmer” – Nachweis. Der Kunde kann damit natürlich nichts anfangen und lässt die Sache, nach ein paar Briefwechsel, auf sich beruhen. Er wüsste auch gar nicht an wen er sich wenden könnte, ohne eine vermutlich subjektive Antwort zu bekommen. Für das Abwicklungsunternehmen bedeutet das leichtes Geld. 240 Euro fürs nichts tun. Denn die Papier sind ja im Besitz des Abwicklungsunternehmen und es kann die 240 Euro vom österreichischen Staat zurück fordern. Nur sie zahlen halt nichts an den Kunden aus. Das ist 100 % Gewinn. So einfach ist das. Selbst im Falle, dass sie dem Kunden zahlen müssten, behalten sie einen grossen Teil für ihre Dienstleistung ein, die in nichts weiter daraus besteht ein paar Papiere hin und her zu senden.
Wenn man sich nun überlegt, dass rund um Österreich einige Ländern liegen, deren Bewohner gerne mal nach Österreich zum Einkaufen fahren und die Summen die da ausgegeben werden hochrechnet, kommen für diese Abwicklungsunternehmen richtig gute Beträge zusammen. Ohne den Finger krumm zu machen. Genial. Die Dummen sind die Kunden die in Österreich und bei den teilnehmenden Unternehmen einkaufen. Denn nicht alle Unternehmen machen dabei so mit.
Das es auch anders geht zeigen z.B. grenznahe (Schweiz, Frankreich) Unternehmen wie “Lidl” in Deutschland, obwohl es ja auch ein österreichisches Unternehmen ist, bekommt man direkt an der Kasse die Mehrwertsteuer erstattet, wenn man beim nächsten Einkauf die Bescheinigung des Zoll vorlegt. Ganz einfach, ohne Abwicklungsunternehmen.
Eigentlich sollten wir ja auf dem “globalen” Weg sein, bei dem für viele Länder und Unternehmen das Gleiche gilt – dem ist aber besonders in Österreich und dem Unternehmen mit dem Media im Namen wohl  nicht so.
