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	<title>Gordian Hense &#187; Menge</title>
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		<title>Tauschgeschäfte lösen den Dollar ab</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 12:23:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Abhängigkeit der Welt vom Dollar wird aufgelöst Eine der wichtigsten Säulen der Weltmacht USA ist der starke Dollar und die Tatsache, dass viel Güter international in Dollar gehandelt werden. Wer keine Dollars hat, kann kein Oel oder Gas kaufen, wer keine Dollars hat kann keine Bodenschätze kaufen. Diamanten, Silber, Kupfer, alles wird in Dollar [...]]]></description>
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<p><strong>Die Abhängigkeit der Welt vom Dollar wird aufgelöst</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine der wichtigsten Säulen der Weltmacht USA ist der starke Dollar und die Tatsache, dass viel Güter international in Dollar gehandelt werden. Wer keine Dollars hat, kann kein Oel oder Gas kaufen, wer keine Dollars hat kann keine Bodenschätze kaufen. Diamanten, Silber, Kupfer, alles wird in Dollar gehandelt. Das hat dem Dollar und der USA eine riesige Macht beschert. Viele Waffen kann man auch nur mit Dollar kaufen, damit konnte man sich die Aufrüstung vieler kleiner Länder vom Leib halten. Die USA war sogar so stark, dass sie Ländern vorschreiben konnten in welchen Währungen sie mit ihnen Handel treiben müssen. Natürlich in Dollar. So stärkte die Bindung den Handel und damit wieder den Dollar. Der dadurch immer stärker zur Weltwährung wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit dem Aufschwung der Schwellenländer wurde diese Tatsache immer bewusster und für die Schwellenländer bedrohlicher um nicht zu sagen, eine Blockierung. Die Schwellenländern bemerkten immer stärker, wie sie vom Dollar und damit von dem Wohlwollen der USA abhingen. Ein Land wie China z.B. benötigt Unmengen an Treibstoffen um seine Wirtschaft am Laufen zu halten, also Oel und Gas. Wenn das Land aber keine Dollars hat oder dafür einen sehr hohen Preis zahlen muss, wird das Land gezwungen weniger Oel und Gas zu kaufen, obwohl es einen realen Gegenwert hat. Damit kann die Wirtschaft nicht so wachsen wie sie eigentlich aufgrund ihres Potential könnte und gleichzeitig kann die USA für mehr Dollars einen höheren Preis verlangen. Die USA hätten also so oder so am Aufschwung in China profitiert.<span id="more-516"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Saudi-Arabien hat z.B. Verträge mit den USA abgeschlossen, die nächsten Jahrzehnte ihr Oel nur gegen Dollar zu verkaufen. Es gibt viele Länder auf dieser Erde, die von den USA gezwungen wurden nur in Dollar zu handeln. Selbst wenn der Iran das Oel in Yen anbieten würde, könnten manche Länder es nicht kaufen, weil sie Verträge mit den USA haben nur in Dollar Oel zu kaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die USA hat nicht nur mit ihrer militärischen Macht versucht die ganze Welt zu kontrollieren, sie tun das auch immer noch auf den Finanzmärkten, der Medien oder Literatur. Grosse Verlage machen ihr grosses Geschäft in den USA, wer nicht konform ist, wird nicht zugelassen. Selbst Siemens musste seine Bilanzen auf das US-System GAP umstellen um an den Börsen der USA gehandelt zu werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Finanzkrise war ein auslösendes Moment für eine Änderung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Durch die plötzliche Finanzkrise wurde der Dollar und seine Unterstützter schwach. Die Schwellenländer sehen und sahen eine Chance die Belastung durch den Dollar los zu werden. Dieser Prozess ging in den letzten Jahren schleichend im Hintergrund vor sich, hat aber durch die Finanzkrise eine unglaubliche Dynamik bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schon lange überlegten die Schwellenländern und alle anderen, die vom Dollar und der Dominanz durch die USA los kommen wollten, wie man diese Zwänge, in Dollar zu handeln, umgehen kann. Der Iran wollte mit anderen Ländern zusammen eine andere Währung für den Handel von Oel einführen. China überlegte auch ähnliche Schritte. Leider konnten sich diese Länder, bisher, nicht auf eine Währung einigen. Es gab viele Vorschläge, aber immer noch keine Lösung.</p>
<p style="text-align: justify;">Parallel dazu, entwickelten einige Unternehmen und Ländern einen anderen Plan. Das Tauschgeschäft. Man kauft nicht mehr Oel gegen Dollar, sondern Oel gegen Maschinen, Autos, Waffen oder andere Güter. Dazu braucht man keinen Dollar und kann sogar in eigener Währung umrechnen. Dieses Geschäft hat z.B. zwischen Russland und China solche Ausmasse angenommen, dass fast alles zwischen diesen Ländern im Tauschgeschäft funktioniert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die &#8220;Vereinigten Arabischen Emirate&#8221; haben über Jahre mit Saudi-Arabien über eine andere Leitwährung für den Oel-Handel verhandelt. Nun, sind die Verhandlungen ohne Ergebnis beendet worden. Die VAE wendet sich jetzt Russland zu und wird wahrscheinlich mit Russland und China eine neue Ebene für die Abrechnung von Oel finden. </p>
<p style="text-align: justify;">Hugo Chávez in Venezuela, währe einer der Ersten der sich freuen würde, wenn er sein Oel in einer anderen Währung als dem Dollar verkaufen könnte. Viele afrikanische Länder haben ihre Abhängigkeit vom Dollar ebenso satt. Es könnte zu einer erdrutschartigen Entwicklung kommen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit und nicht ob, dass der Dollar als Leitwährung für viele wichtige Güter abgelöst wird. Fachleute vermuten danach einen Verfall des Dollar und seiner Kaufkraft um mindestens fünfzig Prozent.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Weitreichende Folgen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen. Länder die bisher, durch den Dollar, einen Schutz geniessen, werden dem normalen Markt gegenüber stehen. Das heisst, sie werden vieles nicht mehr oder nur sehr teuer kaufen können. Handelsbeziehungen werden versanden und an anderer Stelle neu erblühen. Das hat Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsplätze. Alle, die sich bisher stark darauf verlassen haben, dass die USA eine schützende Hand über sie hält, werden andere Wege gehen müssen um gleichen Schutz zu behalten. Es wird neue Allianzen und Freundschaften geben. Die Friedenschancen werden grösser, weil die Welt noch näher zusammen rückt und es sich bald keiner mehr erlauben kann andere zu verprellen. Die grossen Verlierer werden die ehemaligen Kolonialmächte sein und die grossen Gewinner, alle die bisher auf der anderen Seiten standen.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Deutschland verlang sein Gold zurück?&#8221;, so lautete kürzlich eine Überschrift auf <a href="http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10623" target="_blank">www.goldseiten.de</a>. Anscheinend sehen auch Deutsche eine Gefahr in einem immer schwächer werdenden Dollar. Seit Jahren lagern die Goldreserven der Bundesrepublik in den USA und stabilisieren damit auch den Dollar. Wenn aber der Dollar fällt werden diese Reserven, für Deutschland, immer weniger wert. Also ist es naheliegend, das Gold schnell wieder nach Deutschland zurück zu holen, damit man sonst keinen niedrigeren Wert zurück erhält und damit Verluste macht. Alleine das Gerücht, dass Stellen in Deutschland dieses Gold zurück fordern, zeigt wie dramatisch die Lage ist. Normalerweise sind solche Vereinbarungen auf viele Jahre abgeschlossen. Wenn man also jetzt kurzfristig das Gold zurück haben will, ist das ein harsches Signal.</p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;"> </p>

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		<title>Die Wechsel der Wirtschaftsschwankungen wird zunehmen</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Dec 2008 19:04:07 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: justify;">Kleinvieh macht auch viel Mist, ist eine alte Bauernregel. Auch der Spruch &#8220;die Menge der Einzelteile ist grösser als ihre Summe&#8221; deutet darauf hin, was ich hier beschreiben möchte. Früher hat man auch in komplexen Systemen die einzelnen Faktoren statisch, linear und oft unabhängig betrachtet. Das wird auch heute noch in der Wirtschaftsanalyse gemacht. Gerade jetzt bei den Prognosen der Wirtschaftsinstitute für die Aussichten im nächsten Jahr. Einige werfen ja mit Superlativen nur so um sich. Kaum wird aber erklärt, was die Basis der Analysen ist und wie sie berechnet werden. Sind es etwa Modelle aus den sechziger Jahren?</p>
<p style="text-align: justify;">Ein grosses Problem das wir heute haben, ist die fehlende, komplexe Analysemöglichkeit der immer stärker interdependenten Systeme. Was heisst das? In den fünziger Jahren konnte man noch sagen &#8220;die Automobilindustrie schafft neue Arbeitsplätze&#8221; oder &#8220;das Investmentbanking wird um X % im nächsten Jahr zunehmen&#8221;. Das waren Einzelbetrachtungen die z.B. in Wirtschaftsinstituten addiert und daraus Prognosen für die Zukunft erstellt wurden. Sicherlich sind sie um einiges komplexer als ich es hier versuche darzustellen. Ich glaube aber, dass die Interdependenz der heutigen Wirtschaftssysteme eine viel grössere Auswirkung hat und die Effekte die daraus entstehen sich zu anderen Dimensionen addieren bzw. multiplizieren. Zusätzlich führen diese Effekte zu vermehrten Wechselwirkungen die Schwankungen der Wirtschaftsabläufe beschleunigen. Wenn man die Entwicklung der Wirtschaft in Europa und den USA in den letzten fünfzig Jahren betrachtet, so wurden die Schwankungen in zeitlicher Folge immer häufiger und der Ausschlag der Schwankung immer stärker. Sowohl in die positive wie in die negative Richtung.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Elektronik und Computertechnik wirkt sich heute auf alle Branchen aus. Ganz egal welche Ware oder Dienstleistung es gibt, alle hängen von diesen beiden Faktoren ab. So natürlich auch der Finanzbereich. Alleine die &#8220;Stop-Orders&#8221; kleinerer Aktienverwaltungsprogramme, besonders in den USA, haben dazu geführt, dass es Aktienschwankungen gibt, die es zu Zeiten, ohne Computer nicht gegeben hat oder hätte geben können. Bei Stop-Orders gibt der Benutzer ein bei welchem Maximal- oder Minimalbetrag des Aktienkurses die Software automatisch die Aktie verkauft oder kaufen soll. Das führt dazu, dass viele Benutzer die von Analysten empfohlenen Werte eingeben. In viele Fällen verkauft oder kauft die Software voll automatisch ohne das der Benutzer noch einmal eingreifen muss. Wenn das viele so machen und der Minimalbetrag wird erreicht, heizt der Verkauf durch so viele Inhaber den Kurs nach unten so an, dass andere auch schnell verkaufen um nichts zu verlieren und den Verfall der Aktie noch verstärken. Auf eine Aussage über die Ursachen und Gründe wird nicht, oder kann nicht mehr gewartet werden. Sonst verliert man zu viel. Genau so funktioniert es umgekehrt. Da reichen oft SPAM-Emails rund um die Erde um einen Kurs um ein paar Cent nach oben zu beeinflussen. Das beeinflusst wieder den kaufauslösenden Moment anderer Software. Wer von der Aktie Tausende oder Millionen hat, kann richtig Reibach machen. Auch Fonds, die sehr grosse Geldmengen verwalten, verfahren so. Die Auswirkungen müssen dadurch automatisch grösser, heftiger und schneller erfolgen. Dieses Prinzip findet nicht nur in der Finanzbranche Anwendung, sondern auch bei der Computer-Entwicklung, der Entwicklung im Internet oder bei der Medizin. Der so genannte &#8220;Fortschritt&#8221; löst dadurch Kettenreaktionen aus, die unberechenbare Auswirkungen in immer grösserer Form haben. Gute Medizin -&gt; längeres Leben -&gt; mehr Menschen zu versorgen -&gt; höhere Kosten für Sozialkassen -&gt; &#8230;!</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz einfach kann man diese Entwicklung verfolgen, wenn man die grossen Krisen in den letzten Jahren vergleicht. In den siebziger Jahren gab es die erste (1973) und zweite (1979) Oel-Krise. Danach folgte die Japankrise 1991 und dann die Asienkrise 1997. Die Entwicklung des Einflusses von Computer und Internet führten zu der DOT-COM Blase, die im Jahre 2001 platzte.  Nur sieben Jahre später haben wir die weltweite Finanzkrise. Während sich die Krisen in den siebziger und achtziger Jahren auf einzelne Regionen beschränkten und in ihrer Dramatik und Höhe nicht so gravierende Einflüsse hatten, wurden von dem Platzen der DOT-COM Blase und der heutigen Finanzkrise die ganze Welt betroffen. Jetzt hat die letzte Krise so eine Grösse erreicht, dass sie massive Auswirkungen auf viele haben wird. Eine Illustration kann das besser zeigen. <a href="http://www.hense.com/wp-content/uploads/2008/12/amplitude-210.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-243" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" title="amplitude-210" src="http://www.hense.com/wp-content/uploads/2008/12/amplitude-210.jpg" alt="" width="210" height="179" /></a>In früheren Zeiten, als die Abhängigkeiten und der Austausch unter den Wirtschaftssystemen noch gering waren, waren die Schwankungen niedrig und der Wechsel geschah in langen Abständen (erste Kurve). Für den Einzelnen waren die Wechsel nicht so stark zu bemerken, da sie im Vergleich mit der kürzeren Lebenszeit, einen langsamen Verlauf nahmen. Am Anfang des neunzehnten  Jahrhunderts gab es, durch die Industrialisierung, die erste grosse Krise, genau dort wo der Aufschwung am heftigsten war, nach dem ersten Weltkrieg, in den USA (mittlere Kurve). Übrigens war der erste Weltkrieg in einigen Teilen der Erde (USA/England) einer der Hauptgründe für den folgenden unnatürlichen Aufschwung, der automatisch irgendwann in sich zusammen brechen musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Danach wurde das System durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen lang anhalten Aufschwung, in Europa wegen dem Wiederaufbau und in den USA wegen der Aufrüstung gegen den Ostblock. Die dann folgenden kleineren Auf- und Abschwünge wurden kaum wahrgenommen, da sie von dem massiven Aufschwung überlagert wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ab den siebziger Jahren nahmen die Krisen in Heftigkeit und bei kürzeren Abständen immer mehr zu und die Auswirkungen erhöhen sich (dritte Kurve). Eigentlich eine ganz logische Entwicklung. Die positive Entwicklung und der Fortschritt in einzelnen Branchen befruchtete sich gegenseitig. Die Austauschbarkeit zwischen Waren und Leistungen nahm zu, Grenzen und Zölle fielen, die Kommunikations- und Transportmöglichkeiten nahmen zu, die Möglichkeiten in immer kürzeren Zeiten und internationaler zu handeln nahm zu. Die gegenseitigen Wechselwirkungen durch den Einsatz moderner Technik führten zu einer Beschleunigung der Wirtschaftskreisläufe. Damit wurden auch die Schwankungen der Krisen beschleunigt und die Auswirkungen erhöht. Wo Licht ist, muss auch Schatten sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Beispiel. Durch die Entwicklung von Super-Computern zur Crash-Simulation von Autos wurde die Entwicklung eines Autos um die Hälfte verkürzt. Unternehmen konnten häufiger und schneller neue Modelle anbieten. Aber auch der Wettbewerb wurde dadurch angeheizt, denn die Konkurrenz konnte sich auch einen Super-Computer kaufen oder anmieten und somit auch in kürzerer Zeit entwickeln. Der Zwang zu immer häufigeren, moderneren und besseren Fahrzeugmodellen war dadurch vorprogrammiert. Die Entwicklung und Herstellung der Einzelteile, aus denen ein Auto besteht, wurde dadurch natürlich auch beschleunigt. Die Wechselwirkung in andere Branchen nahm zu.  Der Sitzhersteller, für Autos, verkauft natürlich auch die neuen starpazierfähigeren Stoffe in den Flugzeugbau und an die Eisenbahn. Da alle Zulieferer dass so machen, kann die Flugzeugindustrie auch schneller und billiger neue Flugzeuge bauen. Genau so im Eisenbahnbau. Die Systeme wachsen immer schneller und nahtloser zusammen und heizen den Wirtschaftskreislauf immer stärker an. Die positiven wie die negativen Interdependenzen nehmen zu. Da aber der Mensch, der Kunde, nur eine bestimmte Geschwindigkeit mit diesem System mithalten kann und will. Wer will sich schon alle sechs Monate ein neues Auto kaufen? Muss dieses System unweigerlich immer wieder an seine Grenze stossen und kollabieren. Schon alleine, weil sich nicht alle Systeme genau so schnell und flexibel entwickeln. Zum Beispiel Tarifverträge (Kündigungsgesetze, Arbeitszeiten), Flexibilität (Umzug), Wissen (Weiterbildung), Infrastruktur (Strassenbau, Bahnkapazität), der Wunsch/Wille zum wechseln, etc.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Analyse- und Steuerungsmöglichkeiten, um diesen Schwankungen entgegen zu treten, sind sowohl technisch wie politisch nicht vorhanden oder auf einem Niveau das der Entwicklung weit hinterher hinkt. Eigentlich hätte es hier ein riesiges Betätigungsfeld für die internationale Politik gegeben. Die führenden Köpfe haben sich aber lieber mit Verteilungskämpfen beschäftigt. Wer bekommt wo Oel? Wer bekommt wo welches Land? Wer hat welche Raketen? Die Auswirkungen, die jetzt die gesamte Menschheit aus dieser oberflächlichen Politik tragen muss, sind weit grösser als wenn die USA unter einem höheren Oel-Preis zu leiden gehabt hätte, weil sie den Irak nicht angegriffen hätte. Die Politik denkt immer noch in Dimensionen der sechziger Jahre und lokal bzw. national, die Wirtschaft ist aber bereits um exponentielle Stufen weiter, handelt global und international. Wie will das die Politik aufholen? Welche Strategien und Konzepte sind dafür vorhanden. Fast keine.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen wird eine zunehmende Rolle in diesem System spielen, wollen wir nicht unseren Wohlstand aufs Spiel setzen. Und, im Grunde, kann man solchen Entwicklungen nur mit einem &#8220;quasi&#8221; planwirtschaftlichen Modell begegnen. Um heftige Schwankungen abzumildern müssen Systeme mit Regeln verwendet werden, an die sich die wichtigsten Teilnehmer halten.  Das heisst, wir müssen umdenken. Von der grossen Freiheit einiger Weniger, hin zur Stabilisierung der Weltwirtschaft. Wenn wir das nicht tun, werden die nächsten Krisen so heftig werden, dass sie nur durch Kriege lösbar sind. Und daraus resultiert die Frage, wollen wir jetzt Regelungen in Kauf nehmen, die den einen oder anderen etwas einschränken oder wollen wir es auf das Risiko ankommen lassen, alles aufs Spiel zu setzen?</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir aber internationale Regeln aufstellen um die Schwankungen im Zaum zu halten, stellt sich die Frage, wer hat davon Vorteile, wer nicht und wer bezahlt dafür. Teilweise gibt es ja schon Regelungen die mit Steuergeldern oder Abgaben finanziert werden. Jedoch zahlen diese Gelder viele, aber die Vorteile durch diese Regelungen haben nur wenige. Manche Politiker behaupten ja, indirekt würden sich dann die Vorteile auch für die anderen lohnen, z.B. durch Arbeitsplatzsicherheit. Das ist aber nur ein schwacher Trost, denn direkt hat es für manche, vor allem Reiche, sehr positive Auswirkungen. Und wenn man erst einmal einen Sockel von mehreren Tausend oder Millionen Euro hat, dann lässt es sich leicht leben. Das kann man z.B. ganz einfach an den Agrarsubventionen oder der indirekten Subventionen für Pharmabranche, Banken und Automobilindustrie in Europa und den USA sehen. Internationale Regelung für die Abschwächung von starken Wirtschaftsschwankungen müssen vor allem für den einzelnen Menschen gestaltet werden, ein Vorteil bildet sich dann für die Grossen immer noch.</p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;"> </p>

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		<title>Der Tag des Indianers</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 12:17:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Gordian Hense (copyright) Das Wasser glitzerte in der Morgensonne. Der See lag ruhig da, nur der leichte Wind blies ein paar kleine Wellen auf dem Wasser vor sich her. Das Schilf auf der anderen Seite des Ufers rauschte im Wind und die Bäume von dem dahinter liegenden Wald bogen sich sanft. Es war ein [...]]]></description>
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<p><em>von Gordian Hense (copyright)</em></p>
<p>Das Wasser glitzerte in der Morgensonne. Der See lag ruhig da, nur der leichte Wind blies ein paar kleine Wellen auf dem Wasser vor sich her. Das Schilf auf der anderen Seite des Ufers rauschte im Wind und die Bäume von dem dahinter liegenden Wald bogen sich sanft. Es war ein friedlicher Morgen und die letzten Tage ware ebenso verlaufen.<span id="more-31"></span></p>
<p>Er hockte am Ufer und formte beide Hände zu einer Mulde, tauchte sie in das Wasser, hob sie wieder und trank daraus. Das Wasser war frisch und schmeckte etwas nach dem Laub das auf dem Grund am Ufer lag. Dann tauchte er die Hände noch einmal ein und wusch sich mit dem Wasser. Es war erfrischend und weckte ihn immer mehr auf. Er zog sich weiter aus, bis er nackt war und ging langsam in den See hinein. Der Boden verlief flach und nur langsam kam er in tieferes Wasser. Als er nur noch bis zur Hüfte aus dem Wasser schaute, nahm er die Wurzel die er mitgebracht hatte und begann sich damit abzureiben. Er hatte die Schale der Wurzel am Ufer mit dem Messer abgezogen, so das der Saft an die Oberfläche kam. Dieser Saft zusammen mit der fasrigen Oberfläche benutzte er zum waschen. Er wusch damit den Dreck und Schweiß der letzten Tage ab. Seine Frau und Kinder hatten ihn schon nicht mehr riechen können.</p>
<p>Sie hatten gejagt und für die nächsten Wochen genug Fleisch beschafft. Die Frauen hatten zusammen mit den Kindern Früchte, Nüsse, Wurzeln und Knollen gesammelt. Danach hatten alle zusammen die erlegten Tiere – Rehe, Kaninchen und Wildschweine – gehäutet und zerlegt. Das was man nicht haltbar machen konnte wurde gleich am offenen Feuer gebraten und gegessen. Der Rest wurde in Salz eingelegt oder in Blätter eingewickelt, die das Fleisch haltbar machten. Den Trick mit dem Salz hatten Sie von den Weissen gelernt, die zunehmend in ihr Gebiet einsickerten und ihnen alles mögliche versuchten zu verkaufen. Das Salz nahmen sie gerne, da sie es selber nie in solchen Mengen beschaffen konnten, aber an den anderen Dingen, die die Weissen ihnen anboten, waren sie nicht interessiert. Sie waren oft vollkommen überflüssig und nur zum Vergnügen da. Gegen das Salz tauschten sie Felle, auf die die Weissen gierig waren. So hatten sie jetzt auch wieder Felle von den erlegten Tieren gesammelt. Die besseren hatten sie für sich zur Seite gelegt um daraus Schuhe oder Kleidung zu machen. Die anderen waren immer noch gut genug sie den Weissen zu verkaufen. Diese primitiven Weissen konnten ein gutes Fell nicht von einem schlechten unterscheiden. Aber das war ihm egal. Was ihm Angst machte war, dass immer mehr Weisse aus dem Osten zu ihnen kamen. Sie hatten keinen Respekt vor der Natur und erst recht nicht vor anderen Menschen, besonders ihnen den Indianern. Und, es waren einfach viel zu viele.</p>
<p>Es kamen immer mehr seines Stammes an den See um sich zu waschen oder zu baden. Die Frauen mit den Kindern etwas abseits, die Kämpfer und Führer des Stammes in seiner Nähe. Die nackten Körper waren schön anzusehen, in der Morgensonne, nass und von der Sonne braun gebrannt. Sie waren stolz auf ihren Stamm. Sie hatten fast nur schöne Frauen und junge, kräftige Kämpfer. Das Verhältnis zwischen Alt und Jung war genaus so wie es sein sollte. Zwei Drittel Junge sorgten für ein Drittel Alte, die nicht mehr jagen oder kämpfen konnten. Ausserdem hatten sich bei ihnen noch keine Krankheiten eingeschlichen oder bemerkbar gemacht, wie das bei anderen Stämmen schon manchmal vorkam.</p>
<p>Sein Name war Ina‘li, was soviel wie „Schwarzer Fuchs“ im alten Cherokee – Dialekt bedeutete. Sie befanden sich an einem See der heute im <span class="caps">US </span>Staat North Carolina liegt. Das Gebiet heisst heute „Black Bear Cove“ bei der kleinen Stadt Marion, zwischen Asheville und Hickory.</p>
<p>Der See war ein kleiner See der heute zu dem aufgestauten „Lake James“ gehört. Damals war er natürlich nicht aufgestaut und nahm nur einen kleinen Teil des heutigen Sees ein. Es war ein flacher See der in einer Senke durch Regenwasser und Wasser aus dem angrenzenden Gebirgen den Appalachen über Bäche zusammen kam. Das Ufer war mit Schilf bewachsen und es ging von den angrenzenden Wiesen flach in das Wasser über. Weiter untern floss das Wasser des Sees in einen kleinen Bach.</p>
<p>Sie hatten ihre Tipis und das Dorf oberhalb des Sees, in Richtung der Appalachen aufgebaut. Die meisten Zelte direkt an den dahinter liegenden Wald und die Öffnung des Dorfes in Richtung des Sees und der davor liegenden Wiese. Das hatte mehrere Vorteile. Durch den dichten Wald im Rücken waren sie durch unerwartete Besuche gut geschützt. Er war so dicht, dass es schwer war von dort unbemerkt an das Dorf heran zu kommen. Auch grössere Tiere wagten es nicht von dort in das Dorf einzudringen. Zusätzlich benötigte jeder im Dorf auch mal eine Gelegenheit sich der Dinge zu entledigen, bei der man nicht gerne beobachtet wird. Das geschah weiter hinten im Wald. Der dichte Wald bot dafür viele Möglichkeiten und man konnte es so anstellen, dass es nicht bis in das Dorf roch. Die näheren Bäume wurde zum Aufhängen diverse Gegenstände benutzt, die man nicht im Zelt aufhängen konnte oder wollte. Die Mitte des Dorfes öffnete sich zu der Wiese an dem See. Es war ideal gelegen. Hinter ihnen der Wald, vor ihnen der See und offene Zugänge waren nur an den Ufern des Sees oben und unten. Diese konnte man leicht aus dem Augenwinkel kontrollieren.</p>
<p>Links neben ihm sah er seine Frau – Iskagua, was so viel heisst wie „klarer Himmel“. Sie hatten ihr den Namen gegeben, weil sie blaue Augen hatte, was unter den Indianern sehr ungewöhnlich war. Ihre Mutter meinte, es sieht so aus als würde sich der klare Himmel darin spiegeln. Deshalb gaben sie ihr den Namen. Er gefiel ihm und auch die Frau die den Namen trug. Sie war bildhübsch mit ihren langen braunen Haaren, den blauen Augen und der noch guten Figur. Sie hatte ihm immerhin schon fünf Kinder geschenkt und trotzdem konnte sie es immer noch von den Formen mit den anderen jungen Mädchen im Dorf aufnehmen. Leider waren von den fünf Kindern in den vergangenen Jahren drei gestorben, nicht ungewöhnlich bei dem rauen Leben das sie führten. Jetzt in der Morgensonne wusch sie sich etwas abseits aber in seiner Nähe, nackt im Wasser des Sees. Es war gut anzusehen und er freute sich auf den Abend wenn er wieder mit ihr im Tipi sein konnte. Er warf ihr einen liebevollen Blick zu und sie freute sich darüber, das konnte man sehen.</p>
<p>Ihre beiden Kinder waren Witokape (die Erstgeborene) und Caske (der Erstgeborene). Sie waren jetzt schon sechs und vier Jahre alt. Später, wenn sie älter wären, würden sie vielleicht andere Namen bekommen, abhängig von ihrer Art oder einem Ereignis das auf sie zutraf. Aber jetzt wurden sie so genannt. Sie wuschen sich dicht bei ihrer Mutter im niedrigeren Wasser. Witokape würde einmal genau so hübsch wie ihre Mutter werden, sie hatte auch blaue Augen und die gute, kräftige aber schöne Figur. Caske kam mehr nach ihm und war das zweite Kind. Er war Gott sei Dank ein kräftiger Kerl und hatte ihm die Ehre gemacht am Leben zu bleiben. Er ist, bis jetzt, sein einziger männlicher Nachkomme, was in ihrem Stamm wichtig ist. Die anderen drei Kinder, ein Mädchen und zwei Jungen, die seine Frau von ihm bekam, waren alle entweder in dem folgenden Winter wegen Kälte oder Hunger oder durch einen Unfall gestorben. Es war bei ihnen nicht ungewöhnlich, das viele Kinder starben. Sein bester Freund „ Adahy“ (Lebt im Wald) hatte mit seiner Frau „Adsila“ (Blüte) noch kein Kind über den ersten Winter gebracht. Sie hatten schon sechs Kinder verloren. Er fühlte Trauer mit ihnen, aber es war der Weg der Natur. Der kräftigere, stärkere oder geschicktere überlebte und die anderen starben. Selbst wenn sie gewollt hätten, hätten sie solchen Kindern nicht helfen können. Sie hatten es auch alle akzeptiert. Die Natur war so und es hatte auch seine guten Seiten. Hätten sie mehr schwächere in ihrem Stamm, müssten die anderen zunehmend darunter leiden und der ganze Stamm käme dadurch vielleicht in Schwierigkeiten. So wie es bei den befreundeten Cheyenne auf der anderen Seite der Appalachen war. Die konnten nicht mal mehr zwischen ihren Jagdgründen hin und her ziehen, weil sie so viele Alte und Schwache haben. Dadurch hatten sie weniger Fleisch und selbst die stärksten Jäger waren nach einer kurzen Zeit so entkräftet, dass sie sich ein ganzes Jahr an einem Ort erholen mussten. Ina‘li glaubte, sie alle werden den nächsten Winter nicht überleben.</p>
<p>Er hatte, bevor er zum See ging, das Feuer vor dem Zelt neu entfacht und dicke Holzscheite darauf gelegt. Wenn er zurück kam, würde das Feuer schön brennen und die Glut wäre genau richtig um die Knollen und das Kanninchenfleisch kurz anzubraten um sie als Frühstück zu essen. Er rief seiner Frau zu „Iskagua, bringst Du auf dem Rückweg zum Zelt das Fell des Hirschen mit, dass ich erlegt habe?“ Und sie nickte. Er wollte es nach dem Frühstück bearbeiten und Schuhe für Ihn und seine Familie für den Winter daraus machen. Die Bearbeitung des Fells war Arbeit der Frauen, aber daraus später Schuhe zu machen, war genauso seine Arbeit wie die seiner Frau. Sie mochte es nicht und deshalb machte er es. Es sollten gute, warme Schuhe werden. Das war wichtig. Im letzten Winter hatten alle ihre Schuhe nicht richtig gehalten und beinahe wären sie deswegen krank geworden. Diesen Winter sollte das anders sein.</p>
<p>Und dann kamen sie. Vom Weiten hörte man die Hufe der vielen Pferde. Hufe mit Metallbeschlag. Keine Indianerpferde. Es kamen die Weissen. Mit Gewehren. Mit Pistolen. Mit bösen Gedanken. Der Himmel wurde rot und er wusste nicht warum sie so bestraft werden sollten …</p>

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