Der grosse Coup der EU

001In Europa schlagen die Wellen der EU und Euro-Gegner hoch. In den letzten Monaten las man in den Zeitungen, Zeitschriften oder sah man im Fernsehen nur noch Diskussionen über Rettungsschirme, Schuldenberge und Bankendesaster. In Talkshows wurden die Schuldenberge und wer sie bezahlen soll durchgekaut wie noch kein anderes Thema. Die Betrachtungsweise lag dabei fast ausschliesslich auf der negativen Seite. Der Unmut gegen die EU und den Euro wurde geschürt wie noch nie. Immer wieder wurde der Ausstieg aus der EU und dem Euro gewünscht, immer wieder wurde so getan, als ob die Bürger für all das teuer zahlen müssten. Und wie unfähig die Politik und Politiker sein würden. Die Opposition machte natürlich die jeweilige Regierung verantwortlich. Man hat das Gefühl die EU und Euro-Gegner sollten Recht behalten.

Alles ist eine Frage der Perspektive

Viele haben bei diesen Diskussionen und aufgebauschten Reportagen in den Medien vergessen einmal die Perspektive zu wechseln. Denn wenn man sich mal etwas von den Details der Problem entfernt, bekommt man zunehmend ein ganz anderes Bild. Die EU steht im Wettbewerb mit anderen Industrienationen, allen voran den USA. Wenn nicht der Euro und der Dollar Konkurrenten sind, wer dann auf dieser Welt? Noch dazu sind beide Unionen die wirtschaftlich stärksten auf dieser Welt, kein Wunder das es zwischen ihnen hoch her geht. Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig die Öffentlichkeit davon mitbekommt. In Zeitungen und im Fernsehen wird darüber nicht berichtet. Ist das Absicht oder Dummheit? Man muss sich wirklich fragen, wem die meisten Medienunternehmen in der EU gehören und wessen Strategie sie verfolgen. In Deutschland ist bekannt, dass die privaten Medien fast unisono in der Hand von Ausländern aus den USA liegen. Die Öffentlich-Rechtlichen sind schon immer links und grün gewesen. Da bleibt keine Macht übrig die über eine andere Perspektive berichtet.

Hausaufgaben gemacht

Wenn man sich mal objektiv die Aktivitäten der beiden grössten wirtschaftlichen Konkurrenten auf dieser Welt ansieht, muss man feststellen, dass die EU ihre Hausaufgaben macht, während die USA ihren alten Tugenden folgt. An der Wall Street werden heute, genau so wie vor der Finanzkrise, Boni und Provisionen ausgezahlt. Die Banken, die FED und die Regierung machen weiter Schulden und haben keinerlei Ideen wie man diese einschränken oder reduzieren könnte. Es gibt dort nicht einmal den Konsens unter den Politikern oder den Bürgern, dass man einen Schuldenabbau und eine Bereinigung der Finanzsysteme durchführen muss um zu überleben. Anders in der EU. Die EU hat einen strikten Konsolidierungsplan aufgestellt und sorgt nun nach und nach dafür, dass die Mitglieder diesen einhalten. Gleichzeitig hat sie Auffangtöpfe konstruiert welche die Kandidaten in der EU kurzfristig auffangen, welche gegen die Regeln verstossen. Und natürlich, gerade wegen der Einhaltung und Beachtung dieser Regeln und Systeme tauchen immer wieder die Looser in der EU auf. Durch die neuen Gesetze tauchen sie auf, wie Leichen in einem See. Als man vor ein paar Jahren, noch in der Finanzkrise, die neuen Regeln zum Schuldenabbau und Konsolidierung des Finanzwesens aufstellte, tauchten natürlich zu erst die grossen Übeltäter auf. Einfach aufgrund ihrer Masse. Spanien, Portugal und Griechenland. Das war auch gut so, denn ab da konnte man diese Kandidaten bearbeiten und auf den rechten Weg zurück bringen. Jetzt werden die Länder und Probleme immer kleiner. Nur nicht in den Medien. Wer würde ernsthaft glaube, dass ein Land wie Zypern die EU oder den Euro zu Fall bringen könnte. Ein Witz. Nur die Medien nicht.

Am Ende ist die EU Sieger

Die EU ist mit ihren Hausaufgaben nun an den kleinsten Problemen angelangt. Wie durch ein Wunder wurde heute Nacht ein Kompromiss gefunden der das Problem in Zypern löst. Es war und ist natürlich immer ein zähes verhandeln, aber die Arbeit lohnt sich alle mal. Nachdem die Hausaufgaben in der EU bezüglich der Schulden und Finanzsysteme gemacht wurden, kann die EU sich gestärkt anderen Aufgaben widmen. Dem Wachstum. Die EU geht gestärkt mit neuen Kontrollsystemen aus der Finanzkrise hervor. Die USA haben in dieser Hinsicht keinerlei Schritte unternommen, ausser dass ihre Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und ihre Medien den neuen „Sparkurs“ der EU kritisieren wo sie können. Denn wenn die EU in dieser Hinsicht besser dasteht, dann trifft das die USA um so mehr.

Investoren sehen die klaren Vorteile in der EU

Stellen Sie sich vor, Sie wären Arabischer Prinz und hätten ein Vermögen von 10 Milliarden US-Dollar. Dieses wäre eben in US-Dollar angelegt und Sie hätten Teile davon in Unternehmen in den USA investiert. Nun beobachten Sie die Welt aufmerksam, denn es können sich immer Vor – und Nachteile für solche Investitionen ergeben. Sie bemerken, dass die EU ihre Schulden abbaut und die Risiken im Finanzsektor durch neue Kontrollmechanismen minimiert. Sie stellen fest, dass die EU Regeln aufstellt und auch für deren Einhaltung sorgt, die nie wieder eine solche Krise entstehen lassen können. Sie sehen gleichzeitig, dass in den USA und dem Dollar-Raum nichts dergleichen passiert – obwohl die USA und England das Zentrum der weltweiten Finanzkrise waren. Es ist naheliegend in welchem Raum und in welcher Währung viele Investoren in Zukunft ihr Geld anlegen werden. Der Euro bietet in Zukunft mehr Sicherheit und Rendite als der Dollar. In die EU-Wirtschaft kann man mehr Vertrauen fassen, da sie durch ein gutes Finanzsystem abgesichert sind. Alleine durch diese Überlegungen werden viele Investoren ihr Geld in Euro tauschen und in EU-Unternehmen investieren. So können sie doppelt profitieren. Einmal aus einem steigenden Wechselkurs des Euro zum Dollar und zweitens an guten Renditen aus einer stabilen Wirtschaft in der EU. In ein paar Jahren können sie aus den 10 Milliarden in der EU 12 Milliarden machen, in den USA ist das mehr als fraglich. Was würden Sie tun?

Die Massnahmen der EU in den letzten Jahren und Monaten, obwohl sie für viele Bürger unglaublich aussahen, waren eine gute Rosskur für die EU, aus der die EU gestärkt hervorgeht. Nicht zuletzt die CDU in Deutschland kann sich diese Lorbeeren an den Hut stecken. Jetzt mag es sein, dass in manchen Ländern der EU hohe Arbeitslosigkeit herrscht und dieses angeblich das Ergebnis der Bemühungen um die Konsolidierung ist. Das Gegenteil ist der Fall. Irland, Portugal, Spanien, ja selbst Griechenland haben heute so hohe Einkommen wie noch nie vor dem Beitritt zu EU. Die Arbeitslosen und Schuldenberge haben die Politiker in diesen Ländern zu verantworten weil sie, wie in einem Rausch, immer und immer mehr Schulden aufgetürmt haben um noch mehr Wachstum und Luxus zu bekommen. Ihre Bürger müssen für ihre masslosen Politiker nun zahlen. Wer war vor zwanzig Jahren mal in Italien, Spanien oder Portugal? Ich war es. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren da so weit von den Deutschen entfernt, wie Drittweltländer. Die EU hat diesen Ländern Stabilität und Wohlstand gebracht, sie haben es aber übertrieben und müssen nun dafür bezahlen. Das gute aber ist, dass die EU daraus gelernt hat und Systeme aufgebaut hat, die solche Entwicklungen verhindern.

Die USA leider nicht.

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