Kapitalismus in der Reichtumsfalle – Nein, Volkswirtschaft in der Kaufkraftfalle

Die ZEIT veröffentlichte vor einer Weile einen Artikel mit dem Titel „Kapitalismus in der Reichtumsfalle“ von . In diesem Artikel wurde unsere heutige Marktwirtschaft – in der westlichen Welt – beschrieben und der falsche Schluss gezogen, dass diese nur durch Wachstum funktioniere. Uns würde es heute so schlecht gehen, weil a. zu viele Schulden gemacht würden und b. weil man ja einfach nicht noch mehr konsumieren könne – wenn man schon alles habe. Im übrigen wurde dort der Begriff „konsumieren“ mit „kaufen“ gleichgesetzt – was nicht korrekt ist. Konsumieren ist mitnichten einfach nur kaufen, denn es ist auch verbrauchen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Weiterhin wurde der Artikel geschlossen, mit der Überlegung doch neue Wirtschafts-Systeme zu suchen – in denen man nicht auf Wachstum angewiesen sei. Denn Wachstum – der mit immer mehr Umsatz von Unternehmen definiert wurde – wäre ja wohl nicht das richtige Ziel. Es wurde auch postuliert, dass es eines der wichtigsten Ziele in unserer Marktwirtschaft sei immer mehr Wachstum zu haben.

Nun meine Überlegungen und Kritik dazu.

Diskussion über Wachstum ist müssig und nicht Ziel führend

Es scheint in Mode gekommen zu sein, laienhaft, wirtschaftliche Zusammenhänge zu Hilfe zu nehmen um eine neue verklärte Weltordnung zu wünschen. Denn nichts anderes ist es, wenn man glaubt es gäbe ein volkswirtschaftliches oder gesellschaftliches System in dem es kein Wachstum gäbe. Wachstum liegt schon in unserer Evolution begründet. Man versucht auch damit die Fehlentwicklung eines Systems mit falschen Ursachen zu erklären. Nicht das Wachstum ist das Problem der westlichen Gesellschaften, sondern die falsch verteilten Geldmengen. Und weiter, nicht die Schulden sind das Problem sondern die falsch vergebenen Kredite.

Ob wir Wachstum in Form von mehr Umsatz haben oder nicht ist vollkommen unbedeutend für unsere freien Volkswirtschaften – viel wichtiger ist der Gewinn und Wohlstand. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Aktionären, die ihr Geld Firmen leihen, die Dividende und der Gewinn des Unternehmens wichtiger ist als der Umsatz. Selbst bei rückläufigem Umsatz kann man mehr Gewinn machen, oder? Zusätzlich wird das Wachstum einer Volkswirtschaft nicht einfach nur auf mehr Grundumsatz definiert sondern auch alle anderen Entwicklungen – Forschungsergebnisse, Produktverbesserungen, Effizientssteigerung und noch viel mehr. Das bedeutet auch mehr Wachstum. Eine neue Behandlungsmethode von Krebs bringt nicht unbedingt mehr Umsatz, aber trotzdem ein wirtschaftliches Wachstum – weil Gelder effizienter eingesetzt werden. Aber, wie gesagt, ist das Thema „Wachstum“ nicht der richtige Ansatz die Probleme oder die Ursachen der Probleme zu beschreiben. Wichtiger sind die Kreisläufe in der Volkswirtschaft. „Kapitalismus in der Reichtumsfalle – Nein, Volkswirtschaft in der Kaufkraftfalle“ weiterlesen

Beschreibung des Films „Inside Job“ von Charles H. Ferguson

Die Zeiten sind betrüblich. Die westlichen Industrienationen stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Medien und Politiker schauen bewusst oder unbewusst weg. Die Leidtragenden sind, wie immer, die anständigen Leute die ihr ganzes Leben in normalen Berufen gearbeitet haben. Leider wird in der Öffentlichkeit wenig dafür getan die Dinge aufzuklären und wirkliche Lösungen und Regeln zu finden, die einmal das Dilemma in dem wir uns befinden auflöst und gleichzeitig für die Zukunft Regeln schafft, damit solche Dinge nicht mehr passieren können.

Gute Arbeit von Charles Ferguson

Charles H. Ferguson hat mit seinem Film „Inside Job“ ein bisschen dazu beigetragen, dass für die breite Gesellschaft Licht in das Dunkel kommt. Leider wird der Film nicht oft genug im Fernsehen zu passenden Zeiten gesendet. Wer ihn sonst sehen will muss ihn kaufen oder illegal im Internet runter laden. Ausserdem gibt es nur eine englische Version, eine mit deutschen Untertiteln kursiert im Web. Der Film ist 108 Minuten lang und in fünf Kapitel unterteilt.

Der Plot

Banker, Lobbyisten und Präsidenten der USA machen den Weg für das Desaster frei

Ende der 1990-ger und folgenden Jahre erlauben US-Präsidenten unter dem Einfluss von Lobbyisten Banken und Versicherungen in den USA die Regulierungen für Finanzprodukte aufzulösen. Auf gut Deutsch: „Banken dürfen auf einmal vollkommen hohe Risiken eingehen“ – der Schutz durch die Landesbank FED und die Regierung – also die Steuerzahler wird durch die Regierung trotzdem gewährt und bestätigt. Ronald Reagan hat damit als erster Präsident der USA alle Regeln die nach dem „schwarzen Freitag“ von 1929 – dem Zusammenbruch der US Börse – zum Schutz des Staates, der Finanzen und Bürger, aufgehoben. Ein Freibrief für Banken, Versicherungen und Rating-Agenturen risikoreiche Finanzprodukte zu generieren und damit unglaubliche Mengen von Geld von der einen „grossen“ Gruppe von Menschen zu der anderen „kleinen“ Gruppe von Menschen zu schaffen. Gegen die Warnungen aller Insider folgen die Politiker und Staatsbediensteten immer wieder den Wünschen der Finanzindustrie in den USA und stellen die Weichen in Gesetzen und Regeln für die Finanzindustrie auf grün.

Island trifft es als erstes

Eines der ersten Länder, die diesen Möglichkeiten folgten ist Island. Staatsbanken werden durch die Politiker privatisiert, Regulierung von Bankprodukten werden quasi über Nacht aufgehoben. Es folgt eine exzessiver Kreditvergabe ohne Risiken zu prüfen. Menschen und Unternehmen ohne Rücklagen können sich Unsummen Geld leihen und tun das auch. Viele wundern sich, wieso auf einmal manche Menschen in Luxusvillen wohnen, Luxuskarossen fahren und mit Düsenjets in der Welt herum fliegen. In der schönen Natur Islands werden auf einmal Unternehmen aus dem Boden gestampft, wo sich jeder Fragt, wie sollen die existieren? Alles wird möglich durch die risikofreie Kreditvergabe. Das kleine Land wird mit diesen wenigen Handlungen durch seine Politiker und ein paar Banker an den Rand des Ruins getrieben. Denn natürlich fordern Gläubiger ihr Geld mit Zins und Zinseszinsen zurück. Dann sind aber auf einmal die Banken pleite – weil sie keine Sicherheiten vorbereitet haben, die Kreditnehmer sind meist untergetaucht und der Staat muss mit Steuergeldern einspringen um wenigstens den Opfern der Katastrophe zu helfen. Mit weiteren Geldern der Steuerzahler müssen dann die wenigen noch übrig gebliebenen Banken saniert und die Wirtschaft auf normalen Kurs gebracht werden. Island hat sich bis heute – Ende 2011 – davon noch nicht wieder erholt. „Beschreibung des Films „Inside Job“ von Charles H. Ferguson“ weiterlesen

Wie wir die Welt verändern

benjamin franklinWir befinden uns in einer Zeit mit enormem Wandel. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich die Welt in einer Art „Gleichgewicht“. Osten und Westen war durch politische Systeme gewaltsam getrennt. Der Rest der Welt spielte, ausser zur Ausbeutung, kaum eine Rolle. Auch dort traf Ost auf West. Durch die berühmten „grünen Wiesen“, nach dem Krieg, auf denen man beliebig bauen konnte, war dem Wachstum im Westen kaum eine Grenze gesetzt, so das alle Arbeit und Brot hatten, mit ein paar kleinen Ausnahmen versteht sich. Mit dem Fall des eisernen Vorhangs und der „quasi“ beginnenden Freiheit im Osten, aber auch mit der Entwicklung in dem Rest der Welt hat sich vieles grundlegend geändert.

Wo es früher zwei machtpolitische Zentren gab, die für Regeln auf der Welt zuständig waren, gibt es heute viele. Die Wirtschaft der „etablierten“ Welt, mit um die 1 Milliarde Menschen, bekam und bekommt Konkurrenz vom Rest der Menschheit, von ca. 5 Milliarden Menschen. Gleichzeitig steht es um das demographische Gleichgewicht im Westen so schlecht wie noch nie. Immer mehr Alte sollen von immer weniger Jungen versorgt werden. Und zusätzlich, als wäre das nicht alles noch nicht genug, verroht der Westen in Moral und Können. Jüngste Beispiele aus Finanzen, Politik, Militär und Kirche belegen das uneingeschränkt.

Eine weitere Logik beginnt zu greifen, die wir unterbewusst schon immer kannten – Rationalisierung bedeutet weniger Arbeit. Wenn es also weniger Arbeit gibt und die wenigen Arbeitenden auch noch für viel mehr andere Menschen arbeiten bzw. verdienen sollen, dann kann das irgendwann nicht mehr funktionieren. Viele sagen, ja mit Wachstum fangen wir das auf. Das ist ein Trugschluss. So viel Wachstum kann es gar nicht geben um dieses Ungleichgewicht aufzufangen. „Wie wir die Welt verändern“ weiterlesen

Spirituelle Konsequenz ist das Ergebnis unseres Handelns

In den letzten Jahren habe ich mich stark mit mir und meinem Leben auseinander gesetzt. Dem Sinn des Lebens allgemein aber auch speziell meinem natürlich. Dabei sind mir einige Dinge klar geworden, die ich hier gerne einmal aufschreiben möchte. Vielleicht helfen sie dem einen oder anderen anders über sein Leben nach zu denken.

Als Grundvoraussetzung muss ich einen Gedanken als Basis voraus erklären. Die Menschheit ist einige Millionen Jahre alt. Es kommen immer wieder neue Nachrichten, in denen das Alter der Menschen aufgrund von Funden neu berechnet werden muss. Einige sind der Meinung es sind 2 Millionen, es gibt aber auch Forscher die sprechen von vier oder sogar sechs Millionen Jahren. Das sind lange Zeiträume. Den modernen Homo sapiens soll es seit ca. zweihunderttausend Jahren geben. Vor den Ansiedlungen, der planmässigen Landwirtschaft und später der Industrialisierung rund um 1900 herum, waren die Menschen Sammler und Jäger. Sie zogen meist in Sippen oder Gruppen in der Landschaft herum auf der Suche nach Nahrung. In diesen Zeiten wurden die Menschen vielleicht 25 oder 30 Jahre alt, wenn überhaupt. Das lag an vielen Dingen wie der Ernährung, Verletzungen, Hygiene und fehlender Medizin. Bis in den Anfang des 1900 Jahrhunderts galten Menschen über 40 oder 45 Jahre als „Greise“ und „Weise“. Erst seit ca. 60-70 Jahren entwickelt sich, vor allem in den Industrienationen, das Lebensalter der Menschen enorm nach oben. Heute wird in den Statistiken von einem durchschnittlichen Lebensalter in diesen Ländern von über 80 Jahren gesprochen. Das ist doppelt so alt, wie die Menschen Millionen von Jahren vorher wurden. „Spirituelle Konsequenz ist das Ergebnis unseres Handelns“ weiterlesen

Die Wechsel der Wirtschaftsschwankungen wird zunehmen

Kleinvieh macht auch viel Mist, ist eine alte Bauernregel. Auch der Spruch „die Menge der Einzelteile ist grösser als ihre Summe“ deutet darauf hin, was ich hier beschreiben möchte. Früher hat man auch in komplexen Systemen die einzelnen Faktoren statisch, linear und oft unabhängig betrachtet. Das wird auch heute noch in der Wirtschaftsanalyse gemacht. Gerade jetzt bei den Prognosen der Wirtschaftsinstitute für die Aussichten im nächsten Jahr. Einige werfen ja mit Superlativen nur so um sich. Kaum wird aber erklärt, was die Basis der Analysen ist und wie sie berechnet werden. Sind es etwa Modelle aus den sechziger Jahren?

Ein grosses Problem das wir heute haben, ist die fehlende, komplexe Analysemöglichkeit der immer stärker interdependenten Systeme. Was heisst das? In den fünziger Jahren konnte man noch sagen „die Automobilindustrie schafft neue Arbeitsplätze“ oder „das Investmentbanking wird um X % im nächsten Jahr zunehmen“. Das waren Einzelbetrachtungen die z.B. in Wirtschaftsinstituten addiert und daraus Prognosen für die Zukunft erstellt wurden. Sicherlich sind sie um einiges komplexer als ich es hier versuche darzustellen. Ich glaube aber, dass die Interdependenz der heutigen Wirtschaftssysteme eine viel grössere Auswirkung hat und die Effekte die daraus entstehen sich zu anderen Dimensionen addieren bzw. multiplizieren. Zusätzlich führen diese Effekte zu vermehrten Wechselwirkungen die Schwankungen der Wirtschaftsabläufe beschleunigen. Wenn man die Entwicklung der Wirtschaft in Europa und den USA in den letzten fünfzig Jahren betrachtet, so wurden die Schwankungen in zeitlicher Folge immer häufiger und der Ausschlag der Schwankung immer stärker. Sowohl in die positive wie in die negative Richtung. „Die Wechsel der Wirtschaftsschwankungen wird zunehmen“ weiterlesen

Der Unfall

von Gordian Hense (copyright)

Er fuhr mit seinem Motorrad auf der Autobahn in Richtung Heimat. Es war ein wunderschöner Tag gewesen. Er war am morgen relative früh gestartet und war in Richtung Jura gefahren. Früh war für ihn, an einem freien Tag, so neun Uhr gewesen. Es war Mai und das Wetter war entsprechend der Jahreszeit wunderschön, warm und mild, es wehte ein schwacher Wind und überall blühten die Pflanzen. „Der Unfall“ weiterlesen

Der Tag des Indianers

von Gordian Hense (copyright)

Das Wasser glitzerte in der Morgensonne. Der See lag ruhig da, nur der leichte Wind blies ein paar kleine Wellen auf dem Wasser vor sich her. Das Schilf auf der anderen Seite des Ufers rauschte im Wind und die Bäume von dem dahinter liegenden Wald bogen sich sanft. Es war ein friedlicher Morgen und die letzten Tage ware ebenso verlaufen. „Der Tag des Indianers“ weiterlesen

Einer mehr als 07/14

von Gordian Hense (copyright)

Die Erde ist eine Wiese. Auf der rechten Seite ragt die Maschine in den Himmel. Stahlblau, aus hartem Material ist sie. Wie ein riesiger Wolkenkratzer sieht sie aus. Kleine Gucklöcher erlauben den Menschen nach draussen zu schauen. Bei den milliarden Menschen gelingt das aber nur wenigen. Dafür gibt es zu wenige Fenster und ausserdem keine Zeit um einen Blick zu wagen. „Einer mehr als 07/14“ weiterlesen

„50 Stunden bis Kabul“ oder „Smiling in a war zone“

Vier Monate Reise, 50 Stunden Flugzeit, 33 Landungen und viele Abenteuer mussten die dänische Künstlerin und Pilotin Simone Aaberg Kaern und ihr Kameramann Magnus Bejmar überstehen, um einem afghanischen Mädchen einen Lebenstraum zu erfüllen: das Fliegen.

Nach dem Ende der Taliban-Herrschaft liest die junge dänische Künstlerin Simone Aaberg Kaern in der Zeitung von einem Mädchen namens Faryal in Kabul, das davon träumt zu fliegen.

Sie beschließt, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, da sie selbst leidenschaftliche Fliegerin ist. Für 10.000 Dollar kauft sie eine 40 Jahre alte Piper Colt. Das Flugzeug kann nur zwei Menschen und 40 Kilo Gepäck aufnehmen. Begleitet wird Simone Aaberg Kaern von dem Kameramann Magnus Bejmar, der die gesamte Reise dokumentiert. Am 4. September 2002 heben sie in Kopenhagen ab und landen am 7. Dezember in Kabul. Dazwischen liegt eine viermonatige Reise mit 50 Stunden Flugzeit, 33 Landungen und vielen Abenteuern. Der Reiseweg geht via Berlin-Tempelhof über Prag nach Graz, wo Simone Aaberg Kaern vergeblich um die Genehmigung kämpft, nach Sarajewo fliegen zu dürfen. Schließlich fliegt sie über Albanien nach Korfu. Hier gibt es kein Flugbenzin, also muss Pkw-Benzin gefiltert werden. „„50 Stunden bis Kabul“ oder „Smiling in a war zone““ weiterlesen

Katzengelache


Achtung, Warnung, wenn man auf diesen Link klickt, hört man Katzengelache. Das kann süchtig machen und in den Wahnsinn treiben. Vor dem Anhören befragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker wegen Nebenwirkung und Verträglichkeit mit dem normalen Leben.


"Lach Dich schlapp"